Sehr teuer, aber auch viel besser

Hier der Aufgang zur sanierten Bibliothek im Bert-Brecht-Haus, das am Freitag, 9. September, wiedereröffnet wird. Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool
Hier der Aufgang zur sanierten Bibliothek im Bert-Brecht-Haus, das am Freitag, 9. September, wiedereröffnet wird. Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool
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Oberhausen. Es müssen noch Steckdosen verlegt, letzte Malerarbeiten getan, Schilder sowie Lampen angebracht und Möbel geliefert werden. „Restarbeiten“ nennt das Jochen Usinger vom Büro „UKW Architekten“, welches mit dem Umbau des Bert-Brecht-Hauses betraut ist.

Restarbeiten, die bis Freitag fertig sein müssen, denn dann soll die neue, alte Heimstätte von Stadtbibliothek und Volkshochschule eröffnet werden, mit einem kulturellen Programm für alle Altersgruppen am 9. und 10. September.

Finanzierung durch Konjunkturpaket II

Unter dem Motto „Schön fertig!“ können die Bürger der Stadt am Freitag und Samstag das „Haus der Bildung“ und den umgestalteten Saporishja-Platz in Besitz nehmen und sehen, was die Mittel aus dem Konjunkturpaket II hier möglich gemacht haben. Es wurde aber auch Zeit, mag so mancher denken, und tatsächlich verzögerte sich die Fertigstellung des sanierten architektonischen Schmuckstücks aus den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts um mehrere Monate.

Auch die Kosten explodierten wegen unliebsamer Überraschungen beim Umbau - dazu gehörte die Entdeckung von morschen Stahlträgern hinter der Schalung - von ursprünglich 5 auf 10,6 Millionen Euro. Weil auch der Brandschutz den aktuellen Gesetzesvorgaben angepasst werden musste, glich das Bert-Brecht-Haus während der Sanierung innen zeitweise einem Rohbau. Nun sei das Gebäude aber zukunftsfähig und „wir müssen nicht immer in der Sorge leben, dass uns in den nächsten Jahren Überraschungen bevorstehen“, meint Baudezernent Peter Klunk.

120 000 Medien leihbar

Dafür wird es hoch zufriedene Nutzer von Bücherei und Volkshochschule geben. So hoffen es zumindest die beiden Leiter der Bildungsinstitute, Hans-Dietrich Kluge-Jindra (kommissarischer Leiter Stadtbibliothek) und Erwin Diederich (VHS). Sie sind voll des Lobes über das Ergebnis der (auch finanziellen) Anstrengungen.

„Wir sind mit dem Umbau mehr als zufrieden, er bedeutet eine deutliche Verbesserung der bisherigen Möglichkeiten“, sagt Erwin Diederich. Als da wären: fünf neue Unterrichtsräume für die VHS, ein Saal, der rund 100 Menschen Platz bietet (so müssen größere Veranstaltungen der VHS nicht mehr woanders stattfinden), neue Internet-Arbeitsplätze, ein Hot Spot, so dass sich Kunden mit ihrem eigenen Laptop einloggen und in der Bücherei arbeiten können, einen abgetrennten Bibliotheksbereich für Kinder unter sechs Jahren, einen Bereich für Kinder- und Jugendliche, ein Café, 24-Stunden-Schalter, bei denen per Selbstbuchung Medien zurückgegeben werden können. . .

Überhaupt ist alles viel heller, luftiger, klarer gegliedert im Inneren des Bert-Brecht-Hauses. Die Menschen sollen „dableiben, sich setzen, schmökern, miteinander reden“, sagt Kluge-Jindra. Dass die Bürger merken, was für ein attraktives Angebot sie da im Bert-Brecht-Haus haben - das verspricht sich auch Kulturdezernent Apostolos Tsalastras vom neuen „Haus der Bildung“. Die 120 000 Medien (darunter jetzt Konsolen-Spiele) „können besser präsentiert werden.“ Auch der großzügige Eingangsbereich mit einer gemeinsamen Servicetheke von VHS und Bibliothek „bietet die Möglichkeit, stärker wahrgenommen zu werden“.

Programm zur Eröffnung

Bert-Brecht-Haus und Saporishja-Platz sind bald fertig, nun muss das Ganze mit Leben gefüllt werden. Denn zum Umgestaltungskonzept gehört auch, dass der Platz von der Bevölkerung „bespielt wird“, meint Citymanager Franz Muckel, um so das Bert-Brecht-Quartier zu entwickeln. Zu zeigen, was geht: Auch dazu sind die Feiern am Freitag und Samstag da. Ehrenamtliche Kulturschaffende der Stadt und die professionellen Bildungs- und Kulturinstitutionen haben für das Programm Hand in Hand gearbeitet.

Los geht’s am 9. September um 16 Uhr mit dem Auftritt des Landespolizeiorchesters NRW. Der offiziellen Eröffnung um 17 Uhr folgen Musik und Theater. Das Bert-Brecht-Haus ist bis 21 Uhr geöffnet, Medien-Entleihe, Kursanmeldung, Beratung sind möglich. Von 20 bis 23 Uhr verwandelt sich die Fassade in ein Lichtkunstwerk, untermalt von „Fensterklängen“.

Stündliche Führungen durchs Bert-Brecht-Haus gibt’s am Samstag, dem Familientag. Außerdem Aktionen für Kinder in der VHS, Lesungen (15 Uhr „Ritter Rost“), Vorführungen, Tanz und Musik. Um 20 Uhr tritt Kabarettist Fritz Eckenga auf der Bühne auf dem Sapo-Platz auf. Und illuminiert wird auch wieder.

 
 

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