Schulterschluss für Schutz am Gleis

In einem breiten Schulterschluss haben Stadtspitze, Bundespolitiker, Bürger und Feuerwehren die Deutsche Bahn AG aufgefordert, höhere Sicherheitsstandards an der geplanten Hochleistungsgüterbahnstrecke „Betuwe“ zu gewährleisten als bisher angedacht.

Gesetzliche Mindestmaßnahmen reichten an dieser Strecke nicht aus, sagte Oberbürgermeister Klaus Wehling bei der gestrigen Betuwe-Notfall-Sicherheits-Konferenz vor rund 50 Teilnehmern im Oberhausener Rathaus: „Es gibt keine Alternative dazu, hier mehr Geld in die Hand zu nehmen.“

Die Deutsche Bahn AG plant, die Strecke zwischen Emmerich und Oberhausen mit einer Milliardensumme weitreichend auszubauen. Dann werden hier nicht nur deutlich mehr Züge verkehren – auf der Betwue-Strecke werden auch Gefahrgüter transportiert.

Bei Sicherheitsstandards berief sich der Verkehrskonzern in der Vergangenheit immer wieder auf eine bestehende Richtlinie des Eisenbahnbundesamtes. Diese erkennen die Feuerwehren allerdings nicht an, weil an ihrer Ausarbeitung Brandschutzexperten gar nicht beteiligt waren.

„Das ist eine behördliche Verwaltungsvorschrift, die wir ausdrücklich ablehnen“, sagte Gerd Auschrat, stellvertretender Leiter der Berufsfeuerwehr Oberhausen, am Dienstag im Rathaus.

Die Feuerwehren aller Betuwe-Anrainerstädte haben eigene detaillierte Vorschläge ausgearbeitet. Unter anderem geht es um mehr Türen in den geplanten Schallschutzwänden. Würde die Bahn die Forderungen der Brandschutzexperten umsetzen, müsste sie rund 40 Millionen Euro mehr investieren. „Das ist bei einer Milliardeninvestition wie Betuwe nicht zu viel“, sagte Manfred Flore, rühriger Sprecher der Oberhausener Bürgerinitiative.

Unterstützung bekamen die Aktiven von den vier Bundestagsabgeordneten der Anrainerstädte. Regierungspräsidentin Anne Lütkes war hingegen um Neutralität bemüht. Das wundert nicht: Die Bezirksregierung Düsseldorf ist im aktuellen Planungsverfahren unparteiische Anhörungsbehörde. Lütkes sagte aber: „Wir sind Freunde der Feuerwehren.“

An der Konferenz nahmen auch drei Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG teil. Sie würden das Thema Sicherheit sehr ernst nehmen, hieß es.

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