Schnäppchen-Jagd beim Oberhausener Zonta-Club

Petra Friedrich und Maria Guthoff (re.) mit der Edel-Handtasche von Prada aus dem Besitz von Schauspielerin Veronica Ferres.
Petra Friedrich und Maria Guthoff (re.) mit der Edel-Handtasche von Prada aus dem Besitz von Schauspielerin Veronica Ferres.
Foto: Herbert Höltgen
„Secondrella“, so hieß der erste „Kleidermarkt für gebrauchte Hübschdinge“. Wohltätige Frauen organisierten ihn am Sonntag im „In Hostel Veritas“.

Oberhausen.. Frauen und Shopping, das gehört irgendwie so zusammen wie Männer und Fußball oder Männer und Autos. Diese Neigung nutzte der Zonta-Club Oberhausen am Sonntag zu seinem ersten Kleidermarkt für einen wohltätigen Zweck. Im „In Hostel Veritas“ an der Essener Straße waren den ganzen Tag über der Vorraum und zwei hintere Räume fürs Stöbern auf Wühltischen und an Kleiderständern reserviert.

Das Besondere daran: Promis hatten Designer-Artikel für eine Versteigerung nach dem Muster einer bekannten Internet-Plattform gestiftet. Die Ak­tiven um Präsidentin Maria Guthoff, Chefin der Wirtschaftsbetriebe Oberhausen, erhofften sich damit einen höheren Erlös und mehr Resonanz beim weiblichen Publikum.

Aber 800 Euro für den Sofort-Kauf eines orange-roten Kostüms der Oberhausener Bundestagsabgeordneten Marie Luise Dött, das ein Berliner Atelier hergestellt hat, mindestens aber 200 Euro als erstes Gebot, das traf dann doch nicht die allergrößte Nachfrage. Am Mittag lag das Höchstgebot dafür erst bei 250 Euro. Ähnlich verhielt es sich auch bei der beige-braunen Prada-Lederhandtasche aus superweichem Leder, die Schauspielerin Veronica Ferres gestiftet hatte. „Vergleichbare Taschen kosten sonst 1600 Euro“, erklärte Maria Guthoff. Und für das braune Strickjäckchen von TV-Plauderdame Anne Will waren auch mindestens 100 Euro Gebot erforderlich.

Gerburg Jahnke verkaufte Schuhe

Gerburg Jahnke hatte ein kariertes Kleid mit Spitzenoberteil gestiftet. Aber es lohnte sich mehr, bei ihr Schuhe zu kaufen. Ne­benan konnte man sie live erleben, wie sie versuchte, ein paar halbhoher Schuhe im Zebrastreifen-Design der Größe 41 an die Frau zu bekommen. So ganz leicht tat sie sich als Verkäuferin nicht, plagte sich vielmehr mit einer lästigen Erkältung herum.

Textilien in der Preisgruppe von fünf bis 35 Euro dagegen waren sehr gefragt. Dazu hatten die Zonta-Damen und ihre Bekannten die eigenen Kleiderschränke ausgeräumt. „Zieh’ doch mal an“, riet der Mann seiner Frau, die eine zweifarbige Wollstrickjacke kritisch musterte. Sie aber durchsuchte erst einmal die Kleiderstange daneben, ehe sie wieder zurück zu der Strickjacke kam.

Nebenan tuschelten zwei Frauen über einen großen broschenähnlichen Ohrring, den die eine sich probehalber ans Ohr hielt. Überhaupt kamen die Besucherinnen meist in Begleitung von Freundinnen. Wo Männer dabei waren, standen sie eher gelangweilt herum. Beigeordneter Frank Motschull tat sich das erst gar nicht an, sondern saß vielmehr gemütlich draußen am wärmenden Tischfeuer bei einem Glas Pils und ließ seine Partnerin in Ruhe stöbern.

Der Erlös der Veranstaltung belief sich am frühen Abend auf über 3000 Euro. Das Geld soll Frauen in Altersarmut zugute kommen. Und damit es die richtigen Bedürftigen erreicht, hat der Zonta-Club in diesem Jahr eine Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt abgeschlossen.

 
 

EURE FAVORITEN