Scheichs kaufen Oberhausener Chemiefabrik Oxea

Gut 1400 Mitarbeiter beschäftigt Oxea derzeit in Oberhausen.
Gut 1400 Mitarbeiter beschäftigt Oxea derzeit in Oberhausen.
Foto: Hans Blossey

Oberhausen.. Bald gehört den Scheichs des Öl- und Geld-reichen Wüstenstaats Oman ein Stück wertvolles Oberhausen: Der Spezialchemiehersteller Oxea, ansässig auf dem Ruhrchemie-Gelände in Sterkrade, soll an das staatliche osmanische Öl- und Chemieunternehmen „Oman Oil Company (OOC)“ gehen – angeblich für 1,8 Milliarden Euro.

Über den Kaufpreis haben die Geschäftspartner zwar offiziell Stillschweigen vereinbart, doch Branchenfachleute haben der Agentur Reuters den wahrscheinlichen Kaufpreis des Produzenten von Alkohole, Polyole, Carbonsäuren und Spezialitätenester verraten. Gut 1400 Mitarbeiter beschäftigt Oxea mittlerweile in Oberhausen, sie erzielten im vergangenen Jahr weltweit Verkaufseinnahmen von 1,5 Milliarden Euro.

Ein paar Jahre aufgepäppelt

Verkäufer von Oxea ist die Finanzbeteiligungsgesellschaft „Advent International“, die nach dem üblichen Geschäftsmodell Firmen nur für ein paar Jahre aufpäppeln, um sie dann gewinnbringend zu verkaufen. Das ist offensichtlich mit Oxea erfolgreich geschehen.

Deshalb ahnten die Sterkrader Oxea-Mitarbeiter schon, dass einmal die Stunde der Wahrheit naht – und ein neuer Eigentümer die Werkstore an der Otto-Roelen-Straße durchschreitet. Auf der heutigen Betriebsversammlung werden die Arbeitnehmer offiziell ausführlich von dem Kauf unterrichtet – nicht nur durch die Oxea-Chefin Martina Flöel, sondern auch durch die Vertreter der neuen Eigentümer selbst.

Weltweite Spitze im Auge

Per Pressemitteilung haben diese bereits angekündigt, an Oxea vor allem deshalb interessiert zu sein, um ihre langfristige Wachstumsstrategie zu untermauern. Schon bald wollen die omanischen Scheichs mit ihrer OOC-Company zu den zehn größten Chemieunternehmen der Welt gehören.

„Oxea ist ein beeindruckendes Unternehmen mit einer fabelhaften Erfolgsgeschichte, einem breit gestreuten Produktangebot, einer mehrstufigen Wertschöpfungskette und einem umfangreichen Kundenstamm“, lobt H.E. Nasser bin Khamis Al Jashmi, Vorsitzender der Oman Oil Company, die Oberhausener Chemiefabrik begeistert.

Deshalb wirkt Oxea-Sprecherin Birgit Reichel bei der Verkündung der Verkaufsnachricht recht fröhlich: „Wir sehen es sehr positiv, wieder einen langfristigen strategischen Investor zu haben. Weil die OOC wachsen will, ist das auch gut für die Arbeitsplätze in Oberhausen.“ Das untermauern Äußerungen des OOC-Vize-Präsidenten Philippe de Vite, der mit Oxea nun in den asiatischen Wachstumsmärkten stärker expandieren will, weil OOC hier traditionell gute Kontakte hat. Genau diesen Zugang zu den asiatischen Märkten sieht auch Oxea-Managerin Flöel als Riesenvorteil der neuen Eigentümer an.

 
 

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