Sarden schmücken Umzug mit Masken

Dirk Hein

Bunte Kostüme, faszinierende Masken und schwarze Pelzverkleidungen mit einer schaurig-schönen Note: Das sardische Kulturzentrum „Rinascita“ wird sich in diesem Jahr einen lang gehegten Wunsch erfüllen. Eine sardische Delegation zieht am kommenden Sonntag mit den hiesigen Jecken beim großen Umzug mit durch die Innenstadt.

Vielfalt der Insel verdeutlichen

Der Zeitpunkt für diese Aktion ist nicht zufällig gewählt. Denn seit dem gestrigen Montag läuft in der Stadt die „Sardische Woche“, die bis Sonntag ein tägliches Programm vorsieht, das die Vielfalt der italienischen Insel auch in Oberhausen verdeutlichen soll.

Ein Segment dieses Programms ist das Erscheinen der Mamuthones. „Karneval hat in Sardinien eine lange Tradition“, erklärt der 1. Vorsitzende des Kulturvereins, Franco Sogus. „Wir feiern auch in Oberhausen schon seit langer Zeit den Karneval, allerdings nur in unserem Verein. Nun wollen wir gemeinsam mit den Oberhausenern feiern und uns beim Umzug zeigen.“

Der Karneval von Mamoiada ist auch über die Grenzen der Region hinaus bekannt und das hat einen guten Grund: Die Tänze der Mamuthones sind markant und wie gemacht für die trubelige Zeit der Masken und Verkleidungen.

Hierbei handelt es sich um historische Figuren aus dem Hinterland von Nuoro. Die Tänze der Gestalten werden bereits seit 3500 Jahren überliefert. Sie dienen einem klaren Zweck: So soll das teils schaurige Aussehen der Kostümgiganten die bösen Geister vertreiben.

Böse Geister gnädig stimmen

Die auffälligen Bewegungen dienen dazu, die Geister gnädig zu stimmen, um die Ernte nicht zu gefährden. Schließlich spielt diese in der bäuerlich geprägten Landschaft des ursprünglichen Sardiniens eine große Rolle. Mamuthones sind keine Einzelgänger, es sind stets zwölf von ihnen. Die Gestaltung ist definiert: Eine Jacke aus Hammelfell, die keine Ärmel besitzt. Das Fell wird nach außen getragen, Hosen und Stiefelschäfte kommen noch hinzu. Das Gesicht ist hinter einer schwarzbemalten Holzmaske verborgen.

Vor diesen Wesen brauchen Kinder beim sonntäglichen Karnevalsumzug in der Innenstadt (Beginn: 14 Uhr) nicht zu erschrecken. Auch wenn die Teilnehmer im heimatlichen Karneval oftmals Schabernack betreiben und mit ihren Lassos so manchen Zuschauer am Wegesrand freundschaftlich einfangen.

Der Karneval in Oberhausen wird jedenfalls international. Ein aufwändiges Unterfangen. „Alle Masken und Kostüme kommen extra aus Sardinien“, sagt Franco Sogus stolz. Es seien aufwändig gefertigte Originale, die sonst in einem Museum lagerten.

Die Gruppe steuert zudem mit einem eigenen Umzugswagen durch die Straßen und möchte so die närrische Vielfalt bereichern.