„Rentnerarbeit ist kein Ersatz für Ausbildung“

Als „abenteuerlich, aber auch entlarvend“ bezeichnet Norbert Müller, Oberbürgermeisterkandidat der Linken, die Ausführungen von Matthias Heidmeier vom Unternehmerverband, der den wachsenden Anteil der 65- bis 74-jährigen Rentner als Chance für die Behebung des Fachkräftemangels sieht. Müller: „Seit Jahren beklagen die Unternehmen den Mangel an Fachkräften. Gleichzeitig bilden nur noch 24 Prozent der ausbildungsfähigen Betriebe aus. Auch in diesem Jahr haben allein im Arbeitsamtsbezirk Oberhausen/Mülheim wieder mehr als 1000 Jugendliche nach ihrem Schulabschluss keine Lehrstelle bekommen, gut 2000 verbringen zudem ihre Zeit in Warteschleifen an den Berufskollegs. Wenn der Vertreter des Unternehmensverbandes da die Weiterarbeit von verrenteten Arbeitnehmern bis 74 statt einer Ausbildungsoffensive propagiert, zeugt das von geringer ökonomischer Vernunft und Desinteresse an der Zukunft der Jugend.“ Der Verdacht liege nahe, dass der Verband die Forderung nach einer weiteren Anhebung des Rentenalters hoffähig machen wolle, was nichts anderes sei als eine weitere Rentenkürzung.

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