Rektoren wollen für Erhalt der Grundschulen in Oberhausen kämpfen

Die Leiter der katholischen Grundschulen in Oberhausen wollen es nicht einfach so hinnehmen, dass möglicherweise auch einige ihrer Einrichtungen von Schließungen betroffen sein könnten. Foto: Norbert Millauer/ddp
Die Leiter der katholischen Grundschulen in Oberhausen wollen es nicht einfach so hinnehmen, dass möglicherweise auch einige ihrer Einrichtungen von Schließungen betroffen sein könnten. Foto: Norbert Millauer/ddp
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Die Leiter der katholischen Grundschulen in Oberhausen wollen es nicht einfach so hinnehmen, dass möglicherweise auch einige ihrer Einrichtungen von Schließungen betroffen sein könnten. Einem Aus der Bekenntnisschulen will man rechtzeitig vorbeugen.

Oberhausen. Der neue Schulentwicklungsplan bereitet sowohl Stadtdechant Peter Fabritz als auch den Leitern der katholischen Grundschulen Sorge. Deshalb lud Peter Fabritz nun alle Rektoren und Rektorinnen zu einem ersten Treffen ein, dem weitere folgen sollen.

In der Stadt gibt es 39 Grundschulen, von denen zehn Bekenntnisschulen sind. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ist mit der Schließung von Grundschulen zu rechnen. Schuldezernent Reinhard Frind hatte vorsichtig von ein bis eineinhalb Einrichtungen gesprochen, die es treffen könne. Da man bis 2015 mit einem Verlust von elf Eingangsklassen - 300 Schülern - rechnet, ist Schlimmeres zu befürchten. Fabritz: „Wir gehen von mehr als einer Schulschließung aus.“ Der Stadtdechant vermutet, „es könnten auch eine oder mehrere katholische darunter sein“.

Kein Passus, wie viele Schüler an einer Bekenntnisschule katholisch sein müssen

Einem Aus der Bekenntnisschulen will man nun rechtzeitig vorbeugen. Fabritz und die Schulleiter entkräften zunächst einmal ein Argument, dass oft gegen eine katholische Schule in die Waagschale geworfen wird. Schulausschussvorsitzender Wolfgang Große Brömer (SPD) hatte erklärt: „Wenn mehr als die Hälfte der Schüler kein katholisches Bekenntnis mehr haben, stellt sich schon die Frage, ob man noch von einer Bekenntnisschule sprechen kann.“ Dem hält Fabritz zunächst entgegen: „In der Vereinbarung zwischen Staat und Kirche aus dem Jahre 1969 gibt es keinen Passus, wie viele Schüler an einer Bekenntnisschule katholisch sein müssen.“ Gleichwohl habe man gemeinsam ermittelt, dass bei sechs der zehn Schulen der Anteil der katholischen Kinder bei 50 Prozent liege, bei zwei Schulen sogar über 70 Prozent. Und nur zwei Einrichtungen kommen nicht auf 50 Prozent. Eine davon sei die Sankt-Martin-Schule, die in einer schwierigen Gegend liege. Fabritz: „Bei so einer Multi-Kulti-Schule finde ich einen Anteil von 25 Prozent an katholischen Kindern immer noch beachtlich.“

Der Stadtdechant verweist darauf: „Viele Eltern wählen bewusst eine Schule mit christlichem Profil.“ Ja sogar muslimische Kinder seien an katholischen Grundschulen zu finden, obwohl sie dann sowohl am Religionsunterricht als auch an den Gottesdiensten teilnehmen müssten.

Sorge um Doppelstandorte

Besondere Sorge bereiten allen Beteiligten die vier Doppelstandorte, an denen eine katholische direkt neben einer Gemeinschaftsgrundschule liegt. Fabritz: „In der Regel wird von der Stadt dann die katholische Schule geschlossen“ Wobei letztlich die Eltern entscheiden dürfen. „Die Schulleiter wollen da auf jeden Fall für ihre Schule kämpfen“, sagt Fabritz.

Aussagen eines Bistums-Sprechers, Träger der katholischen Grundschulen seien die Kommunen, das Bistum habe keinen Einfluss darauf, empfanden Stadtdechant Peter Farbritz und die Rektoren als unbefriedigend. Man erhofft sich auch vom Bistum Rückendeckung. Fabritz: „Ich werde demnächst mit dem Bischof über dieses Thema sprechen.“

 
 

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