Radler protestieren für Bahnausbau

Sie wollen den Stein ins Rollen bringen: Mit einem symbolischen Sketch auf dem Platz vor dem Sterkrader Bahnhof setzten sich Umweltschützer kürzlich dafür ein, dass sich der vor Jahren angekündigte Ausbau der Bahnstrecke zwischen Oberhausen und Emmerich für den Güter- und Personenverkehr nicht länger hinzieht. „Damit mehr Menschen und Unternehmen von der Straße auf die Schiene umsteigen können, braucht es eine gute Infrastruktur“, sagt Jans Hansen. Allerdings müsse dabei ein Lärmschutz gewährleistet sein, der ins Stadtbild passt.

An 20 Stationen in 15 Tagen

Mit dem Rad sind Hansen und rund 130 weitere Umweltschützer vom Kindes- bis ins Seniorenalter in dieser Woche nach Oberhausen gekommen. Unter dem Banner „Tour de Natur“ fuhren sie 15 Tage von Bonn ins Ruhrgebiet nach Duisburg unter weiter bis Dortmund, um an bis zu 20 Stationen in den Städten mit Musik und Tanz, Straßentheater und Jonglage, Akrobatik und Transparenten für umweltfreundliche Energie und Verkehrsmodelle einzutreten.

Die Radler wollen damit zeigen: Mobilsein, das geht auch ohne Automobil.

„Diese Radtour gibt es seit 24 Jahren“, sagt Hansen. Erstmals führe die Tour de Natur die Umweltschützer aus ganz Deutschland aber durch NRW. In Nachbarstädten haben sie sich auch einen Klimaschutz-Supermarkt angeschaut, in Oberhausen sind sie Radwege etwa auf der Styrumer Allee entlang gefahren.

In Sterkrade stehen die Radler an der Seite von Pro Bahn. Der Fahrgastverband engagiert sich seit Jahren gemeinsam mit der rührigen Bürgerinitiative „Betuwe – So nicht“ rund um den Betuwe-Ausbau. Denn mit der Hochleistungsgüterbahnstrecke einher gehen sollen laut derzeitigem Plan bis zu sechs Meter hohe Lärmschutzwände, die den Oberhausener Norden regelrecht entzweien.

Für Lothar Ebbers, Sprecher von Pro Bahn in Oberhausen, ist klar: „Wir haben immer deutlich gemacht, dass wir für den Ausbau der Betuwe-Strecke sind, allerdings nicht in der Form, wie er bisher geplant ist.“

Bürger, Politik und auch die Stadt hatten in der Vergangenheit nicht nur begrünte oder zum Teil transparente Lärmschutzwände an der Betuwe-Strecke gefordert. Ein Kernpunkt der bisherigen Kritik an den Angaben der Deutschen Bahn waren Pläne rund um den Sterkrader Bahnhof. Für mehrere Millionen Euro soll der Sterkrader Bahnhof erneuert werden – allerdings soll er nach aktuellen Plänen rechts und links von hohen Lärmschutzwänden gesäumt werden, auch ist eine neue Fußgängerunterführung geplant.

 

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