Oberhausen

Prozess um tödliche Bluttat in Oberhausener Bus – Zeugin über den Angeklagten Ramadan K.: „Das war mehr als Wut. Das war pure Aggression“

Ramadan K. (r.) soll bei einem Streit an der Bushaltestelle Lipperfeld in Oberhausen einen Mann erstochen haben.
Ramadan K. (r.) soll bei einem Streit an der Bushaltestelle Lipperfeld in Oberhausen einen Mann erstochen haben.
Foto: Justin Brosch, Julia Kübel, Montage: DER WESTEN

Oberhausen. Hochemotional wurde es am Mittwochmorgen im Prozess um die Bluttat an der Bushaltestelle „Im Lipperfeld“ in Oberhausen vom 26. November 2017: Als die Zeugin Nicola H. gefragt wird, welche Erinnerungen sie an jene Nacht hat, schluchzt sie auf und ringt deutlich mit der Fassung.

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„Als wir aus dem Bus ausstiegen, dachte ich eigentlich, dass sich der Streit schon gelegt hat und wir jetzt nur auf den nächsten Bus warten, um alle gemeinsam nach Hause zu fahren“, sagt die 24-Jährige aus Hamm. Die Taten, bei denen Mike R. (28) getötet und sein Bruder Denny R. (26) schwer verletzt wurde, habe sie nicht gesehen.

Angriff in Oberhausener Bus: „Er hat noch zu mir gesagt, er bekomme keine Luft“

Wohl aber das Ergebnis: „Alles war voller Blut. Dann habe ich Mike gesehen. Er hat noch zu mir gesagt, er bekomme keine Luft. Ich habe seinen Kopf gehalten, bis die Rettungssanitäter kamen“, sagt sie unter Tränen. Ihre Stimme versagt.

Trauer ist im Raum zu spüren und die scheint auch der Angeklagte Ramadan K. (21) zu merken. Saß er sonst starr auf seinem Stuhl und blickte nach unten, wirkte er nervöser, wenn nicht auch ein wenig mitgenommen.

Ihn beschreibt die Zeugin bei dem heftigen Streit im Bus so: „Ich habe noch genau den Gesichtsausdruck im Kopf. So was habe ich noch nicht gesehen. Das war mehr als Wut. Das war pure Aggression.“

Bruder des Toten musste notoperiert werden

Die erste Aussage am 3. Prozesstag machte allerdings Denny R. Der Schlosser aus Hamm und Bruder des Toten musste in jener Nacht notoperiert werden. An vieles kann er sich nicht mehr erinnern.

Ruhig und nüchtern, sehr sachlich beschreibt er, was er noch weiß von der Auseinandersetzung.

Wer ihn mit einem Messer angegriffen hat, kann er nicht genau sagen. Den Täter, der ihn tiefe Schnittverletzungen im Kiefer zugefügt hat, habe er nur von hinten gesehen.

Auch als die Staatsanwältin nochmals nachfragt, ob er den Angeklagten als mutmaßlichen Täter erkannt habe, ringt er sichtlich mit der Erinnerung. Richter Volker Uhlenbrock wiegelt ab.

„Und dann hatte ich schon meinen Weisheitszahn in der Hand“

Nachdem jemand einen seiner Freunde zu Boden rang, habe er sich diesen an der Jacke gepackt. „Ich habe ihn festgehalten und dann hatte ich schon meinen Weisheitszahn in der Hand. Ich wusste gar nicht, dass da mehr ist“, sagte R.

Was passiert ist, habe ihm sein Vater dann erst im Krankenhaus erzählt. Seitdem befindet er sich in psychologischer Behandlung. „Mein Bruder ist tot. Alleine schaffe ich es nicht“, erklärt er dazu traurig.

Seinen Beruf kann er noch nicht wieder ausüben. Ein halbes Jahr ist er krankgeschrieben. Abschließend auf die Frage, wie er sich fühle, sagt er nur: „Beschissen, ja! Scheiße.“

Angeklagter Ramadan K.s Aussage verschoben

Die Aussage des Angeklagten Ramadan K. wurde auf den nächsten Verhandlungstermin verschoben. Er muss sich wegen Totschlags, körperlicher Misshandlung und Raub verantworten.

 
 

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