Protagonist mit Behinderung scheidet aus Theaterprojekt aus

Nina Ender (li.) und Stefan Kolosko (2. v. li.) bei einem ihrer „Auftritte“ in der City.
Nina Ender (li.) und Stefan Kolosko (2. v. li.) bei einem ihrer „Auftritte“ in der City.
Foto: WAZ FotoPool
„Das Zentrum lebt!“ sorgte zuletzt für positives Aufsehen in der Markstraße. Ein Protagonist mit geistiger Behinderung ist nun aber nicht mehr dabei. Wie die Schauspieler Stefan Kolosko und Nina Ender berichten, sei das aber nicht seine eigene Entscheidung gewesen. Sie sind wütend.

Oberhausen.. : Ein Protagonist mit geistiger Behinderung ist nicht mehr dabei. Wie die Schauspieler Stefan Kolosko und Nina Ender berichten, sei das aber nicht seine eigene Entscheidung gewesen.

„Er hat immer mit voller Leidenschaft bei uns mitgespielt. Seine Betreuer haben jetzt über seinen Kopf hinweg entschieden und ihn aus dem Projekt genommen“, sagt Kolosko, der wütend reagiert und kein Verständnis zeigt: „Uns wurde immer nur gesagt, er sei Bluter und man müsse aufpassen, dass er sich nicht verletzt. Das haben wir auch.“ Er und Kollegin Ender haben daraufhin mit den Betreuern gesprochen – ohne Erfolg.

Auf gleicher Augenhöhe mitgespielt

„Sie sind der Meinung, das Projekt würde ihn zu sehr aufregen und seinem Herzen schaden, er habe ja einen Herzfehler. Das hatte uns aber vorher niemand gesagt“, so die Initiatoren. Sie waren lange vor der Umsetzung von „Das Zentrum lebt!“ zur Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gegangen, um sich dort einen Protagonisten zu suchen. Vorige Aufführungen mit behinderten Protagonisten seien immer gut gegangen, sagen die beiden.

„Wir wollten ihn bei uns kreativ fördern, es war ja seine eigene Entscheidung, bei uns mitzumachen. Und er hat richtig Talent! Er hat sich schon vorher immer gefreut, wenn wir ihn abgeholt haben“, sagt Kolosko. „Er hat bei uns auf Augenhöhe mitgespielt. Und man sollte geistig Behinderte nicht nur unter sich lassen“, findet Ender.

Betreuerin findet Projekt nicht geeignet

Der 40-Jährige sei ein Mal die Woche in einem Krankenbett durch die Marktstraße geschoben worden und habe dabei Anfälle vorgespielt. Er sei auf die Passanten zugegangen und habe großen Spaß dabei gehabt, sagen die Schauspieler.

Die gesetzliche Betreuerin des Protagonisten sieht das dagegen anders und findet, das Projekt sei für ihn nicht geeignet. Sie bezweifelt außerdem die Kenntnisse der Theatergruppe im pädagogischen Umgang. Aufgrund der Schweigepflicht wollte sie nicht mehr dazu sagen.

 
 

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