Professionelle Streitschlichter stellen sich vor

Foto: FUNKE Foto Services

Wenn der eine Nachbar regelmäßig die Hecke so absäbelt, dass von Sichtschutz keine Rede mehr sein kann, der andere an jedem lauen Sommerabend 20 Kumpels zur Grillparty einlädt, eskaliert der Streit nicht selten so, dass er vor Gericht ausgetragen wird. Danach sind die Befugnisse zwar genau geregelt – das nachbarschaftliche Verhältnis jedoch bleibt nachhaltig gestört. Ein Streitschlichter, der mit beiden Seiten in Gesprächen eine Lösung erarbeitet, die dann als rechtsgültiger Vertrag von allen unterschrieben wird, kann da mitunter mehr Entspannung bringen. Auch in Oberhausen werden derzeit wieder 16 professionelle „Mediatoren“, sprich Vermittler, ausgebildet. Am Samstag, 12. März, laden sie zu einer Schnupperstunde in die Volkshochschule ein, um sich und das gesetzlich geregelte Streitschlichtungsverfahren bekannter zu machen.

Bei europäischen Nachbarn – in den Niederlanden oder in Österreich etwa – setzt man in vielen Angelegenheiten schon häufiger auf „alternative Streitbeilegung“, um die Gerichte zu entlasten. Oft verweisen Gerichte Klagewillige sogar erstmal an Mediatoren. Erst wenn diese binnen drei Monaten zu keiner tragfähigen Lösung gelangen, ist der Klageweg frei. Auch hierzulande ist das außergerichtliche Verfahren längst anerkannt, vielen aber immer noch unbekannt. In Verbraucherangelegenheiten etwa kommt das gesetzlich geregelte Schlichtungsverfahren manchmal zum Einsatz, bei Ärger am Arbeitsplatz, Erbstreitigkeiten und Vereinbarungen rund um Trennung und Scheidung – wenn’s etwa darum geht, Vermögenswerte gerecht aufzuteilen oder eine Umgangsregelung zu finden, die beiden Elternteilen und den Kindern gerecht wird. Statt Anwalts- und Gerichtskosten, die sich nach dem Streitwert richten, werden hier die Stundensätze des Mediators fällig.

Wer sich für das alternative Streitbeilegungsverfahren interessiert, kann am Samstag, 12. März, von 13 bis 14 Uhr im Foyer der VHS (3. Etage im Bert-Brecht-Haus) unverbindlich mit den angehenden Mediatoren ins Gespräch kommen, sich anhand von „Steckbriefen“ über ihre Interessen und Spezialgebiete informieren. Für die bevorstehende Prüfung suchen einige noch nach Mediationsfällen, deren Bearbeitung nicht kostenpflichtig wird.

Nähere Infos gibt’s bei Michael Klossek: 0170-820 88 91, Kirsten Lammers: 0171-9560948 oder per E-Mail: mediation-ob@gmx.de

EURE FAVORITEN