Pragmatische Lösungen suchen

Rüdes Vorgehen von Kontrolleuren gerade gegenüber von Schülern hat bei der Stoag lange Tradition. Vor 20 Jahren wurde unsere ältere, damals 15-jährige Tochter bei der Rückfahrt von der Schule im Bus kontrolliert. Sie zeigte ordnungsgemäß ihr gültiges Monatsticket vor. Sie wurde aber recht ruppig angefahren, sie solle ihren Schülerausweis vorzeigen. Unsere Tochter hatte aber keinen Schülerausweis. Da sie sich nicht einsichtig zeigte, wurde sie von den Kontrolleuren weiter angegangen und eingeschüchtert. Sie durfte aus dem Bus aussteigen, aber mit dem Hinweis, nächstes Mal einen Lichtbildausweis mitzuführen. Unsere Tochter aber brauchte und wollte keinen Schülerausweis, nur um den Kontrollbedürfnissen der Stoag zu genügen. Als Ausweis hatte sie lediglich einen Kinderpass.

Pragmatische Lösungen, um Missverständnisse und Missbrauch zu vermeiden, waren offenbar noch nie das Bestreben des großen VRR und der Stoag. Schon damals gab es ein Lichtbildmonatsticket im Verkehrsverbund Köln, und Sammelfahrscheine gibt es seit eh und je bei anderen Verkehrsträgern. Die Verlagerung von Verantwortung ist aber auch einfacher. Bei jedem solcher irritierenden Vorgänge erklärt die Stoag stoisch, ihre Kontrolleure handelten ordnungsgemäß und angemessen. Fehlverhalten bei Kunden und vor allem Schülern ist halt nicht unüblich. Beim VRR und der Stoag scheint es sich ähnlich zu verhalten wie bei „Knöllchen“. Die Bußgelder sollen mehr einbringen als die Kontrolleure kosten. Pragmatismus und Kundenfreundlichkeit sehen anders aus!

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