Oberhausen

Pornos, Popcorn, Play Station: So wehrt sich eine Videothek erfolgreich gegen Netflix, Amazon und Co.

Oberhausen: Videothek wehrt sich erfolgreich gegen Streaming-Dienste
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  • Oberhausener Videothek wehrt sich erfolgreich gegen Streaming-Dienste
  • Erotik, An- und Verkauf: Das sind die Geschäftsideen zum Überleben
  • „Wir sind die letzte Bastion“

Oberhausen. Netflix, Amazon Prime, Maxdome - Streaming-Dienste sind billig und bequem.

Die Leidtragenden sind die guten, alten Videotheken. Sie verkommen zu angestaubten Kult-Objekten: „Aber von Kult können wir nicht leben“, erzählt Michael Heiter. Und er weiß, wovon er spricht. Ihm gehören fünf Videotheken, eine davon in Oberhausen.

ABER: Der Geschäftsführer von „Dein Buster“ sagt auch. Man kann auch 2018 mit einer Videothek Geld verdienen.

Oberhausen: Videothek kämpft gegen Netflix und Co.

Einst gab es deutschlandweit 5.000 Videotheken, heute sind es nur noch unter 1.000. „Es hat ein Wandel von der klassischen Videothek zum Multimedia-Channel ergeben“, erzählt Heiter. „Viele Videothekare sind in den 90ern groß geworden und haben den Trend verschlafen. Das hat sich gerächt irgendwann.“

Die Folge: von vier, fünf großen Videotheken ist nur noch „Dein Buster“ übrig geblieben. „Wir sind die letzte Bastion“, scherzt Arpad Halasz, Filialleiter von „Dein Buster“ in Oberhausen. Die Oberhausener Videothek geht eben mit der Zeit.

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Erotik-Bereich in Oberhausen ausgebaut

In Oberhausen haben sie deshalb den Erotik-Bereich ausgebaut. „Das ist ein großes Standbein. Nicht erst seit Beate Uhse insolvent ist,“ so Heiter.

Porno-Filmchen aus der Videothek im Zeitalter von Youporn & Co.: Wie kann das laufen? „Wir sprechen vor allem den 50-Jährigen an, der im Netz sich nicht mehr so gut auskennt. Das ist die Zielgruppe“, erklärt Heiter. „Nach Trojanern oder Viren hat er Angst im Netz und geht lieber den klassischen Weg. Das sind meist zahlungskräftige Kunden. Der Markt ist kleiner geworden, aber er ist da!“

Das Internet an sich ist nicht der Feind, so Heiter. Er und seine Angestellten nutzen selbst das Netz als zusätzlichen Absatzmarkt, um Filme zu verkaufen. „Das Problem ist auch nicht Netflix oder Sky, sondern die illegalen Streams und die Gratis-Mentalität im Netz.“

Über 3000 Filme im Angebot

„Dein Buster“ setzt neben der klassischen Leihe auch auf An- und Verkauf von Filmen und Spielen. „Die Leute kaufen 10 Filme am Wochenende - und später verkaufen sie sie zurück oder behalten sie eben“, erklärt Heiter die Geschäftsidee. 1,30 Euro kostet die Leihe für einen Film pro Tag. Über 3000 Filme gibt es in Oberhausen im Angebot. Darüber hinaus können auch Play-Station-Spiele ausgeliehen und gekauft werden.

Die Kundschaft will gut betreut werden: „Es reicht nicht mehr, Studenten hinter den Tresen zu stellen. Die Mitarbeiter müssen geschult sein, beraten können und technikaffin sein.“

Guter Standort lockt die Heavy User

„Oberhausen ist ein super Standort. Hier gibt es gute Parkmöglichkeiten, nebenan ist ein Mc Donalds“, so Heiter. Entsprechend kommt die Stammkundschaft regelmäßig. Auch weit über 100 Neukunden zählen sie jeden Monat. Allein der Gelegenheitskunde, der mal eben am Wochenende kommt und ein Film ausleiht, der ist mittlerweile zu Netflix oder Amazon abgewandert. „Aber der Heavy User kommt weiter“.

 
 

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