Polizisten haben Überfall auf der Knappenhalde in Oberhausen wohl vorgetäuscht

Die Knappenhalde in Oberhausen, hier war es am 14. Juni zu dem vermeintlichen Überfall gekommen. Jetzt ist klar. Die Attacke hat so, wie es die Polizisten geschildert haben, nie stattgefunden. Foto: Dirk Bannert
Die Knappenhalde in Oberhausen, hier war es am 14. Juni zu dem vermeintlichen Überfall gekommen. Jetzt ist klar. Die Attacke hat so, wie es die Polizisten geschildert haben, nie stattgefunden. Foto: Dirk Bannert
Foto: Dirk Bannert
Der brutale Überfall auf zwei Polizisten in Oberhausen hat so nie stattgefunden. Die beiden Beamten, die bei der vermeintlichen Attacke schwer verletzt wurden, sollen den Angriff vorgetäuscht haben. Gegen sie ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

Oberhausen. Es war eine hinterhältige Tat, die in der Oberhausener Bevölkerung viel Betroffenheit hervorgerufen hatte. Unbekannte Täter sollten es gewesen sein, die Mitte Juni zwei Polizisten auf der Knappenhalde zusammen geschlagen hatten. Nun steht fest, dass dieser brutale Überfall auf die beiden Beamten so nie stattgefunden hat.

Die beiden 33 und 39 Jahre alten Polizisten, die an dem Abend des 14. Juni wegen Drogengeschäften zu der Halde ausgerückt waren, wurden bei diesem Vorfall schwer verletzt. Zu Protokoll gaben sie damals, dass mehrere Täter sie mit harten Gegenständen hinterrücks angegriffen hätten. Einer der beiden Männer musste wegen schwerer Kopfverletzungen auf der Intensivstation behandelt werden. Die Beamten konnten mittlerweile ihren Dienst aber wieder aufnehmen.

Beide Beamte sind vom Dienst suspendiert

Nach dem vermeintlichen Überfall hatten Staatsanwaltschaft und Polizei eine Ermittlungskommission gegründet, die die Vorkommnisse auf der Halde untersuchen sollte. Noch Mitte August erklärte Staatsanwalt Detlef Nowotsch, von den Tätern fehle jede Spur. Auch der Anrufer, der die Drogengeschäfte der Polizei gemeldet hatte, wurde trotz intensiver Suche nie gefunden. Stattdessen waren die Polizisten selbst ins Visier ihrer Kollegen geraten. „Die konsequenten Ermittlungen haben zu dem Verdacht geführt, dass die Polizeibeamten den Überfall vorgetäuscht haben“, so Staatsanwalt Nowotsch. Gegen die beiden Polizisten, die bis zur abschließenden Klärung vom Dienst suspendiert sind, hat die Behörde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Über die Motive der beiden Beamten und ob bzw. wie die Polizisten sich gegenseitig verletzt haben, schweigt sich die Staatsanwaltschaft jedoch aus. Man stehe erst am Anfang der Ermittlungen.

Nach diesem Überfall und der Messerattacke auf zwei Polizisten in Gelsenkirchen, der mutmaßliche Täter ist aber bereits gefasst, wurde die zunehmende Respektlosigkeit, fehlende Anerkennung staatlicher Institutionen sowie eine niedrige Hemmschwelle bei der Gewaltanwendung gegenüber Polizisten festgestellt. (mawo/WE)

 
 

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