Polizei warnt vor Drückerkolonnen in Oberhausen

Drückerkolonnen klingeln derzeit auch in Oberhausen an Haustüren.
Drückerkolonnen klingeln derzeit auch in Oberhausen an Haustüren.
Foto: Fotografie Olaf Fuhrmann
Polizei und EVO warnen: Dubiose Drückerkolonnen sind in Oberhausen wieder unterwegs, um Bürgern Stromverträge unterzuschieben oder sensible Bankdaten zu entlocken. Ihre Methoden haben sich deutlich verschärft. Besonders Senioren sind im Visier.

Abzocke an der Haustür: Polizei und Energieversorgung Oberhausen (EVO) warnen vor dubiosen Hausbesuchern, die derzeit versuchen, Bürgern Stromverträge unterzuschieben oder sensible Bankdaten zu entlocken. Besonders im Visier: Senioren.

Mehr Beschwerden

Die EVO sieht sich zurzeit vermehrt mit Beschwerden von Kunden konfrontiert. Demnach geben sich ungebetene Besucher als EVO-Mitarbeiter aus und wollen an der Haustür Geschäfte abschließen. Auf der Falkensteinstraße, der Straße Alte Heid und in Alt-Oberhausen waren diese Drückerkolonnen schon aktiv (wir berichteten).

EVO-Sprecherin Birgit Konopatzki warnt: „Bei diesen Leuten handelt es sich nicht um Mitarbeiter der EVO. Wir schließen keine Tür-zu-Tür-Geschäfte ab.“

Kein Anstieg der Preise

Die Betrüger behaupteten zum Beispiel, die EVO wolle zum 1. Oktober den Strompreis um 3 Cent pro Kilowattstunde erhöhen, und boten alternative Angebote an. In einem anderen Fall war davon die Rede, dass trotz steigender Strompreise die EVO ein Angebot habe, bei dem die Kunden 2 Cent pro Kilowattstunde sparen könnten. Sie müssten nur noch ihre Kundennummer eintragen, dann liefe ab Oktober alles automatisch. In Wahrheit wollen die Drücker laut Konopatzki zum Beispiel Stromverträge von Konkurrenzunternehmen verkaufen. „Die Leute lesen oft gar nicht, was in den Verträgen steht“, sagt die EVO-Sprecherin. „Sie denken, das wird schon seine Richtigkeit haben, und unterschreiben.“

Die Masche ist nicht neu: In regelmäßigen Abständen seien solche Drückerkolonnen im Stadtgebiet unterwegs. Doch die Methoden sind in den vergangenen Jahren deutlich schärfer geworden: „Besonders ältere Mitbürger werden ins Visier genommen, weil sie den unlauteren Methoden und falschen Argumenten oft so schnell nichts entgegensetzen können“, sagt Konopatzki. Zudem sei auch schon versucht worden, Bürgern an der Haustür sensible Geheimnummern fürs Bankkonto zu entlocken.

„Im Zweifel wählen sie 110“

Die EVO rät deshalb, generell keine Geschäfte an der Haustür abzuschließen. Geheimzahlen und PIN-Nummern sollten grundsätzlich nicht herausgeben werden. Wer unsicher ist, kann die EVO gebührenfrei unter der Rufnummer 0800-2552500 kontaktierten.

Auch Polizeisprecher Johannes Paus empfiehlt, vorsichtig zu sein: „Ein gesundes Misstrauen an der Haustüre hilft Ihnen. Wenn Sie Zweifel haben, wählen Sie die 110.“ Unter der Telefonnummer 826-4511 bietet die Polizei zudem persönliche Beratung an. Hier bieten auch Seniorensicherheitsberater ihre Hilfe an.

 
 

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