Politik macht Centro und RTL für DSDS-Chaos in Oberhausen verantwortlich

In der Coca-Cola-Oase im Centro Oberhausen wurde es am letzten Sonntag im März bei der DSDS-Autogrammstunde eng. Das eigentliche Gedränge, in dem rund 60 Menschen verletzt wurden, fand aber vor den Türen statt. Foto: Stephan Eickershoff
In der Coca-Cola-Oase im Centro Oberhausen wurde es am letzten Sonntag im März bei der DSDS-Autogrammstunde eng. Das eigentliche Gedränge, in dem rund 60 Menschen verletzt wurden, fand aber vor den Türen statt. Foto: Stephan Eickershoff
Foto: WAZ FotoPool
Die Betreiber des Centro sind nach Ansicht von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) in der Hauptsache für die verunglückte DSDS-Autogrammstunde mit 60 Verletzten verantwortlich. Doch auch RTL hätte besser über Risiken informieren müssen, so Jäger.

Oberhausen. Am letzten Märzwochenende waren statt der angenommenen rund 4000 bis 5000 Fans mehr als 17 000 zu der Veranstaltung mit den Kandidaten der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ gekommen. Fehleinschätzungen und mangelnde Informationen machte Minister Jäger in seinem Bericht vor dem Innenausschuss und vor dem Ausschuss für Bauen, Wohnen und Verkehr des Landtages geltend.

Ein Sicherheitskonzept sei für die Veranstaltung nicht zwingend notwendig gewesen

Dass es zu Verletzten gekommen ist, beruhe nach „sorgfältiger Auswertung“ des schriftlichen Berichts der Stadt Oberhausen auch „auf einer verspäteten Alarmierung von Polizei und Feuerwehr während der Veranstaltung“. Mit anderen Worten: „Es gab ein Defizit bei der Wahrnehmung der Pflichten des Betreibers bei einer Veranstaltung in einer Versammlungsstätte“, so das Fazit der Landesregierung. Diese sieht im konkreten Fall auch den Fernsehsender RTL als Mitveranstalter „in der zumindest moralischen Verpflichtung, die Zahl der erwarteten Besucher sorgfältig zu ermitteln, diese Informationen dem Betreiber so früh wie möglich zur Verfügung zu stellen und vor allem minderjährige Besucher auf die Risiken hinzuweisen, die mit einer solchen Veranstaltung verbunden sein können.“

Ein Sicherheitskonzept sei für die Veranstaltung zwar nicht zwingend erforderlich gewesen, dennoch sei der Betreiber verpflichtet, sich über die Anzahl und die Art der Zuschauer im Vorfeld Klarheit zu verschaffen. Ob das Centro seiner Verpflichtung nachgekommen sei, sei aufgrund der mangelnden Auskunftsbereitschaft des Centro-Managements gegenüber der Stadt nicht bekannt.

Die Landesregierung bilanziert, dass der Vorfall kein Anlass sei, „das seit Jahrzehnten geltende Recht zu ändern oder zu ergänzen, das für Versammlungsstätten entwickelt wurde“.

 
 

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