Plastik im Salat – Edeka will Kundin mit Gutschein abspeisen

Bevor sie die Salattüte und das Plastikteil (blau) zu Edeka schickte, fertigte die Oberhausenerin Sonja Mohr ein Beweisfoto an, das sie hier präsentiert.
Bevor sie die Salattüte und das Plastikteil (blau) zu Edeka schickte, fertigte die Oberhausenerin Sonja Mohr ein Beweisfoto an, das sie hier präsentiert.
Foto: FUNKE Foto Services
Teil eines Plasikhandschuhs verirrte sich in den Salatmix einer Oberhausenerin. Diese will sich mit einem Fünf-Euro-Gutschein nicht abspeisen lassen.

Oberhausen.. Ihre Empörung ist der Oberhausenerin Sonja Mohr auch mehrere Wochen nach diesem Geschehen immer noch anzumerken: Im Mai kaufte sie in einem Edeka-Markt in Oberhausen eine Salatmischung in der Tüte (200 Gramm, zu 1,49 Euro) – und wäre beinahe an einem Plastikteil erstickt, als sie diesen Salat essen wollte.

„Ich bin ganz schnell zur Toilette gerannt und habe mir einen Finger in den Hals gesteckt. Ich wäre beinahe erstickt“, schilderte Sonja Mohr ihr schlimmes Erlebnis jetzt in der Redaktion. Bei dem Versuch, das Plastikteil im letzten Moment aus ihrem Rachen zu entfernen, habe sie sich sogar noch selbst verletzt.

Sonja Mohr rief daraufhin bei Edeka in Hamburg an. Eine Kontaktadresse für Kundenbeanstandungen findet sich ja direkt auf der Salatmix-Tüte, die Oberhausenerin nutzte diesen Kundenservice und schilderte ihren Fall eindringlich in allen Details. Edeka in Hamburg signalisierte Verständnis – und ließ sich die leere Tüte samt Plastikteil zuschicken. Zuvor fertigte die Kundin allerdings Fotos davon an.

„Bei Sichtkontrollen nicht bemerkt“

Wenige Tage später traf dann die schriftliche Reaktion der Edeka-Zentrale bei Sonja Mohr ein. Ausführlich schildert Edeka darin die umfangreichen Qualitäts-und Sicherheitskontrollen bei der Salatproduktion, die Tüten würden stets sorgfältig kontrolliert, die Mitarbeiter seien entsprechend geschult. „Wir vermuten, dass in Ihrem Fall ein Stück eines Plastikhandschuhs mit in die Salatmischung gelangt ist und bei den weiter stattfindenden Sichtkontrollen nicht bemerkt wurde.“

Das sei äußerst bedauerlich, zumal es Schulungen und strenge Qualitätskontrollen gebe. „Auf Ihren Hinweis hin haben wir sofort reagiert“, schreibt die Edeka-Zentrale in Hamburg. „Als Konsequenz wurden die Kontrollen bei der manuellen Vorbereitung der Salate und während der Produktion intensiviert und die Mitarbeiter erneut auf eine verstärkte Achtsamkeit auch in Bezug auf den Umgang mit Einmalhandschuhen hingewiesen.“ Als Dankeschön „für Ihr Engagement“ übermittelte Edeka mit gleichem Schreiben einen Fünf-Euro-Einkaufsgutschein, einlösbar in allen Edeka-Märkten.

„Fünf Euro? Das ist doch ein Witz!“

Doch damit will sich die Oberhausenerin keinesfalls abspeisen lassen: „Fünf Euro? Das ist doch ein Witz“, sagt sie. Der Salat-Mix aus der Tüte sei eines ihrer Lieblingsgerichte gewesen, das für sie nun nicht mehr in Frage komme. Dafür sei das Erlebnis einfach zu schlimm gewesen. Zweimal noch protestierte Sonja Mohr bei Edeka in Hamburg, zweimal wurde ihr signalisiert, dass mehr als die besagten fünf Euro nicht zu erwarten sei: „Danke, dass Sie sich noch einmal an uns wenden und uns ihren Eindruck schildern.“

„Wir nehmen die Reklamation der Kundin sehr ernst“

Die Redaktion fragte bei Edeka in Hamburg zu diesem Fall nach – Laura-Mareike Hohls übermittelte daraufhin für die Edeka-Zentrale, Geschäftsbereich Unternehmenskommunikation, die folgende Stellungnahme (Auszug):

„Trotz regelmäßiger Kontrollen kann es in sehr seltenen Ausnahmefällen Gründe zur Beanstandung geben. Wir nehmen die Reklamation der Kundin sehr ernst und bedauern den Vorfall. Wir haben sofort auf den Vorfall reagiert, den Lieferanten unverzüglich aufgefordert, die Qualitätssicherungsprozesse kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen einzuleiten. Alle Produktionsprozesse wurden überprüft und die Mitarbeiter erneut sensibilisiert. Wir gehen von keiner weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigung der Kundin aus. Wir haben uns für die Unannehmlichkeiten bei der Kundin entschuldigt und ihr einen Warengutschein überreicht.“

 
 

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