Papa Angelo singt in Oberhausen mit seiner Kelly Family

Früher der kleine Angelo, heute Papa Kelly: Der 32-jährige Angelo Kelly trat im fast ausverkauften Ebertbad mit Frau und Kindern auf.
Früher der kleine Angelo, heute Papa Kelly: Der 32-jährige Angelo Kelly trat im fast ausverkauften Ebertbad mit Frau und Kindern auf.
Foto: WAZ FotoPool
Angelo Kelly ist Teenie-Schwarm a. D., mittlerweile 32 Jahre alt und noch immer gut bei Stimme: Den Auftritt im Ebertbad in Oberhausen spielt er mit Frau und Kindern. Im Wohnbus fährt seine Kelly Family von Halle zu Halle. Doch das Konzert ist keine Reise zurück in die Zeit der Bravo-Poster.

Oberhausen.. Über diese Großfamilie wurde wohl schon so ziemlich jeder Witz gerissen, den die Zotenkiste zulässt: Die Kelly Family spielte sich in den 80er und vor allem in den 90er Jahren in die Jugendzimmer des Landes. Stefan Raab klonte zu seinen Kalauer-Zeit beim Jugendsender „Viva“ gar Langhaarfrisur-Büschel in einem „Kell-o-mat“.

Auch heute gibt es reichlich Lachgeschichten, doch die Witze erzählt Angelo Kelly mit großem Vergnügen höchstpersönlich. Er gehörte damals zu den Teenie-Stars im musikalischen Großbetrieb um Vater Dan, heute ist er 32 Jahre alt und agiert beim fast ausverkauften Konzert im Ebertbad selber als Familienoberhaupt.

Rückblicke mit Selbstironie

Dort bittet er nach den ersten Applauswellen um Geduld: „Ich bin doch kein Roboter, so wie einige meiner Geschwister!“ Mit Selbstironie reist Angelo Kelly in die Zeit kreischender Fans und Dauerpräsenz auf Bravo-Postern.

Dennoch ist das Konzert nicht wirklich Revival: Der Saal ist bestuhlt, das Publikum kunterbunt gemischt. Familien, Anfang Fünfziger und Ende Zwanziger klatschten zu Folk, Rock und Instrumental-Pop. Sie kommen in Zivil. Markant-kitschige Kelly-Shirts aus den 90er Jahren sieht man nicht.

Und der Protagonist selbst: Etwas untersetzter als zu Jugendzeiten, aber immer noch quirlig. „Das Laufen überlasse ich meinem Bruder Joey“, sagt er. „Der läuft so viel, dass sich alle fragen, wann er endlich ankommt?“ Kelly trägt Weste, Schottenhut, auch gerne Karohose. Die Haare sind lang geblieben. Er wirbelt bei Schlagzeugsoli. Oder er mischt eigene Stücke mit Evergreens wie „Stand by me“.

Immer Grünes schätzt der Musiker sehr. Er erzählt von seinem neuen Haus in Irland, das er seit einem knappen Jahr bewohnt. Tief im Wald liege es, mit einem eigenen Brunnen ausgestattet, anstrengendes Holzhacken gehöre dazu.

Laut wird es im Ebertbad, wenn er seine Familie auf die Bühne holt. Frau Kira (34), die Töchter Helen Josephine (11) und Emma Maria (8), Sohn Gabriël Jerome (12) und selbst der dreijährige Joseph Ewan besitzen Bühnenerfahrung. Sie spielen Gitarre, Bass, Schlagzeug und singen. Angelo Kelly lebt für seine eigene Kelly Family.

Im Bus von Halle zu Halle

Mit einem eigenen Bus fahren sie gemeinsam von Halle zu Halle. Die Auftrittsstätten sind kleiner als damals, aber das Lebensgefühl passt bei Angelo Kelly noch immer.

Man kann es mögen, wenn sein Schlagzeug mit dem Kleeblatt auf Reisen geht oder ebenso so herzlich nicht: Die Stimmen hielten damals, das mussten heimlich auch die vielen Witze-Erzähler eingestehen, höheren Ansprüchen stand. Das ist auch heute noch so.

 
 

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