Oberhausens Sparkassen-Aufsicht sucht nach Ursache für drohenden Millionen-Verlust

Der Oberhausener Sparkasse droht ein Kreditverlust in Höhe von rund 20 Millionen Euro.
Der Oberhausener Sparkasse droht ein Kreditverlust in Höhe von rund 20 Millionen Euro.
Foto: AFP
Die Sparkasse Oberhausen könnte selbst den Totalverlust des 20-Millionen-Euro-Kredits an einen Textilhändler verkraften. Doch er würde sie über Jahre belasten. Aufsichtsgremien untersuchen nun, ob die Vorstände leichtsinnig gehandelt haben.

Oberhausen.. Der drohende Kreditverlust von bis zu 20 Millionen Euro für die Stadtsparkasse Oberhausen ist zwar in der Höhe bisher in ihrer jüngeren Geschichte einzigartig, dennoch aber nach Aussagen von Finanzfachleuten selbst im schlimmsten Fall durchs Institut aus eigener Kraft schulterbar. Das Eigenkapital liegt mit 13 Prozent sogar höher als vorgeschrieben (8 Prozent). In ihrer 2009er-Bilanz weist die Sparkasse Sicherheitsrücklagen von 104 Millionen Euro plus Vorsorgereserven aus.

Sollte es zum Totalverlust des 20 Millionen Euro Kredits an eine Oberhausener Sporttextilhandelsfirma für die Sparkasse kommen, wird dies aber wohl über einige Jahre die Bilanz des Instituts belasten.

Politik geht nicht zur Tagesordnung über

Die Oberhausener Stadtpolitik will deshalb nicht zur Tagesordnung übergehen: In den Gremien der Sparkasse hat man sich bereits mit der Materie beschäftigt, in der nun anstehenden Verwaltungsratssitzung der Sparkasse soll der Fall weiter besprochen werden. „Das werden wir dort ausführlich erörtern. Noch ist der Kredit nicht abgeschrieben, wie groß der Verlust am Ende sein wird, steht noch in den Sternen.

Aber man hat die Kreditrisiken ausreichend abgesichert“, meint Verwaltungsratsvorsitzender Wolfgang Große Brömer. Stellvertreter Daniel Schranz: „Bei solch einer Größenordnung werden die Gremien selbstverständlich den Fall noch intensiv begleiten.“ Verwaltungsratsmitglied Volker Wilke sagt: „Dies ist nicht glücklich gelaufen. Die Größenordnung des Kredits für eine Einzelfirma ist zwar keine Seltenheit, aber man ist hier wohl etwas höhere Risiken eingegangen als bei anderen.“

Sparkasse verweist auf Bankgeheimnis

Die Sparkasse will derzeit öffentlich nicht deutlich machen, was hier schief gelaufen ist: Sie verweist auf das Bankgeheimnis. Doch soviel scheint sich abzuzeichnen: Über längere Zeit wird dieser Kreditfall die Stadt und die Sparkasse noch beschäftigen.

Es werde derzeit auf drei Ebenen geprüft, heißt es: Handelte es sich um ein funktionierendes Geschäftsmodell des Kreditnehmers (Sporttextilien über Discounter zu vertreiben), das nur wirtschaftlich unglücklich verlief und unter „normales Kreditrisiko“ einer Bank fällt? Handelt es sich um leichtsinniges Verhalten des Sparkassen-Vorstandes? Oder ist die Sparkasse schlicht ausgetrickst worden?

 
 

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