Oberhausenerinnen nähen, um andere zu unterstützen

Foto: FUNKE Foto Services
Im Workshop der Gleichstellungsstelle werden Marlene-Hosen selbst genäht. Der Erlös aus dem Verkauf geht an Flüchtlingsfrauen.

Sie revolutionierte das Frauenbild, Marlene Dietrich machte sie salonfähig und gab ihr den Namen: Die Marlene-Hose. Nun sollen mithilfe des Mode-Klassikers Flüchtlingsfrauen in Oberhausen unterstützt werden. Dafür haben die Gleichstellungsstelle der Stadt, der Zonta-Club Oberhausen und die Frauenberatungsstelle ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem die Teilnehmer gemeinsam Marlene-Hosen nähen – und für den guten Zweck verkaufen.

„Marlene Dietrich war eine starke Frau und Persönlichkeit, die unserer Ansicht nach viel für die Emanzipation getan hat“, sagt Britta Costecki, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Zur Sonderausstellung „Marlene Dietrich“ in der Gedenkhalle im Schloss Oberhausen organisiert sie mit ihren Kollegen einen Teil des Rahmenprogramms. „Die allererste Idee waren Marlene-Hosen. Da könnte man doch eine Nähaktion machen.“

An zwei Workshop-Terminen können die Teilnehmerinnen – es sind selbst überwiegend geflüchtete Frauen – die Teile eigenhändig herstellen. Doch es geht nicht nur darum, die Hosen für den späteren Verkauf zu nähen.

„Wir legen bei der Nähaktion besonderes Augenmerk auf das gemeinsame Machen“, betont Zonta-Mitglied Sabine Buß. „Unsere Teilnehmerinnen sollen das Gefühl haben, sich zu beteiligen.“

Auch wenn Buß schon ein Modell genäht hat – es schmückt eine Vitrine in der Gedenkhalle – nur auf ihre Anleitung verlassen müssen sich die Frauen beim Nähen nicht. Unerwartete Hilfe gibt es auch von einer der Teilnehmerinnen: Die Frau ist gelernte Schneiderin und hatte in Mazedonien mehrere eigene Geschäfte. „Es ist super, dass sie hier ihre Kompetenzen zeigen und auch weitergeben kann“, freut sich Anna Vielhaber, Mitarbeiterin der Frauenberatungsstelle. Seit etwa einem Jahr arbeitet die Sozialpädagogin als Beraterin für geflüchtete Frauen. „Dabei habe ich festgestellt, dass großes Interesse an kreativem Arbeiten besteht.“ Die Nähaktion passe da natürlich perfekt. „Außerdem ist das praktische Arbeiten hervorragend, da die Sprache nicht wirklich wichtig ist.“

Auch Mädchenkleider und Körbe

Wie viele Hosen am Ende entstehen, können die Veranstalter noch nicht sagen. Aber wohl, wie sie aussehen sollen: „Wir haben ganz verschiedene Stoffe gekauft und wollen auf jeden Fall auch Modelle in allen Größen herstellen“, sagt Buß.

Um auch zukünftig Flüchtlingsfrauen unterstützen zu können, sollen die Produkte beim Secondhand-Markt „Secondrella“ im Hostel Veritas, Essener Straße 259, verkauft werden.

„Der Erlös geht dann an ein Zonta-Projekt für Flüchtlingsfrauen“, erklärt Gleichstellungsbeauftragte Costecki. Mit leeren Händen gehen die Teilnehmerinnen trotzdem nicht nach Hause: Es werden auch kleine Aufbewahrungskörbe und Mädchenkleider genäht, die nicht verkauft werden.

 
 

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