Oberhausener tafeln stilvoll an weißen Tischen

Tanz-, Musik-  und Kultureinlagen sorgen immer wieder für ein ganz besonders Flair beim Weißen Dinner. Fotos:Gerd Wallhorn
Tanz-, Musik- und Kultureinlagen sorgen immer wieder für ein ganz besonders Flair beim Weißen Dinner. Fotos:Gerd Wallhorn
Foto: FUNKE Foto Services
  • Auch Regen am Nachmittag und mäßige Wetterprognose konnte Fans nicht schrecken
  • Alle Teilnehmer kleiden sich komplett in Weiß und bringen ihr eigenes Essen mit
  • Für eine besondere Atmosphäre sorgen Kultureinlagen wie Gitarrenmusik und Tanz

Oberhausen.. Salate, selbstgemachte Dips, Oliven und Käseplatten werden aus Körben auf weiß eingedeckte Tische gepackt, Gläser mit Aperol oder Weißwein gefüllt und Kerzen angezündet: Zum fünften Mal verwandelte sich der Saporishja-Platz am Samstagabend in eine riesige Picknickfläche. 410 Gäste, alle natürlich in Weiß gekleidet, feierten gemeinsam das „Weiße Dinner“, ein stilvolles und ungewöhnliches Abendessen unter freiem Himmel.

Obwohl es am späten Nachmittag noch geregnet hatte, blieb es am Samstagabend trocken – sehr zur Freude von Volker Buchloh, Leiter des städtischen Kulturbüros: „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden, obwohl wir mit noch mehr Teilnehmern gerechnet haben. Leider fiel die Wetterprognose für den Abend nicht besonders gut aus.“ Eine Steigerung zum Vorjahr gibt es trotzdem: Rund 50 Gäste mehr speisten gemeinsam auf dem Saporishja-Platz. „Viele haben sich schon Wochen vorher verabredet und auf Facebook für das Weiße Dinner angemeldet“, erzählt Ideengeber und Veranstaltungsmanager Uwe Muth.

Das Besondere der Veranstaltung: Alles wird selbstmitgebracht, die Gäste gestalten das Ambiente. Mitgebrachte Tische werden in langen Reihen zu einer Tafel aneinandergestellt, mit Kerzen und Blumen hübsch dekoriert. Bänke und Stühle mit weißen Tüchern eingekleidet. Festlich und doch gemütlich kommt dieses besondere Abendessen daher – Gäste nehmen für diese Atmosphäre sogar eine längere Anreise in Kauf, wie Felicia Pisek verrät: „Ich komme aus dem Saarland und bin zum ersten Mal dabei.“ Ein Weißes Dinner zu veranstalten, das sei eine wunderbare Idee, sagt die 20-Jährige. „Meine Eltern haben mir davon erzählt und ich war begeistert, als ich das Video auf Facebook gesehen habe. So was hat es in der Umgebung bis jetzt kaum gegeben.“

Eher mäßige Wetterprognose

Andreas Rößmann hat vom Oberhausener „Abendessen in Weiß“ von Freuden erfahren. „Ich konnte mir erst gar nichts darunter vorstellen“, sagt der 46-Jährige. Doch die ungezwungene Atmosphäre hat ihn beim ersten gemeinsamen Speisen in den Bann gezogen: „Es ist einfach toll zu sehen, wie Fremde sofort zu Freunden werden. Essen wird mit den Sitznachbarn geteilt, man kommt sofort in Kontakt“, erzählt Rößmann.

Das Essen selbst unterliegt beim Weißen Dinner übrigens keiner bestimmten Farbvorgabe. So kommen bei dem 46-Jährigen in diesem Jahr Nudel- und Linsensalat, Garnelen sowie eine bunte Grillplatte auf den weiß gedeckten Tisch. „Zum Nachtisch gibt es Weincreme - sicher verpackt in kleinen Einmachgläsern“, lacht der Oberhausener.

Es wird nicht nur gespeist und geplaudert, sondern auch gelauscht. Wie bereits in den letzten Jahren lieferte Alex Marrone mit der Gitarre Blues, Jazz und populäre Klassiker. Die Galerie KiR hat Bilder mitgebracht, natürlich in schwarz-weiß. „Die Porträts habe ich extra für das Weiße Dinner gemalt“, sagt Frank Gebauer von der Galerie KiR. Horst Schimanski, David Bowie, Frank Zappa und Jim Morrison schmücken den Kunstpavillon.

Zu späterer Stunde wird geschwoft. Als viele ihre mitgebrachten Wunderkerzen in der Dämmerung anzünden, ist dies ein weiterer Höhepunkt. Und wie hat es gefallen? Pisek: „Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen – nächstes Jahr kommen wir wieder.“

 
 

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