Oberhausener Stadttöchter spülen weniger Geld in die Kassen

Stellten die Jahresbilanz der Stoag vor: die beiden Geschäftsführer Peter Klunk (links) und Werner Overkamp.
Stellten die Jahresbilanz der Stoag vor: die beiden Geschäftsführer Peter Klunk (links) und Werner Overkamp.
Die Stoag verliert 40 Prozent der Erträge innerhalb von fünf Jahren. Defizit für die Stadt aber nicht höher. Spareinschnitte für Kunden und Personal.

Oberhausen.. Die Stadt Oberhausen ist über die Stoag GmbH zwar an einigen lukrativen Unternehmen beteiligt, doch deren Erträge schwächeln immer stärker. Folge: Für die Nahverkehrsleistungen der Stoag, für den Service mit Bussen und Bahnen, steht weniger Geld zur Verfügung – und das trifft letztendlich alle Oberhausener Bürger. Denn die Verluste aus dem Busbetrieb werden zum Großteil durch die Gewinnausschüttungen der städtischen Beteiligungen an Unternehmen ausgeglichen, das Restdefizit bezahlt die Stadtkämmerei direkt.

In den vergangenen fünf Jahren sanken die Erträge vor allem der einst rendite-starken Unternehmen wie des Stromkonzerns RWE, wie des hiesigen Energieversorgers EVO , der Müllverbrennungsanlage GMVA und der Wirtschaftsbetriebe WBO von 15,2 Millionen Euro im Jahre 2010 auf 9,1 Millionen Euro im Jahre 2014 – ein unglaublich starkes Minus um über sechs Millionen Euro, das ist ein Rückgang um satte 40 Prozent.

Dividende der RWE-Aktien ist stark gesunken

Statt einst 4,5 Millionen Euro bringen die RWE-Aktien nur noch eine Dividende von einer Million Euro; statt zwei Millionen Euro im Jahr schüttet die GMVA gar nichts mehr an die Stadt aus – wegen der notwendigen Rückzahlung zu hoch berechneter Müllgebühren an die Oberhausener und Duisburger. Und lieferte die EVO noch 6,7 Millionen Euro ab, sind es angesichts der Verwerfungen auf dem Energiemarkt jetzt nur noch 5,5 Millionen Euro – Tendenz: weiter fallend. Nur die WBO steht mit zwei Millionen Euro im Jahr Ausschüttung relativ stabil da.

Trotzdem haben es die Geschäftsführer der Stoag, Werner Overkamp und Peter Klunk, geschafft, den von der Stadt zu zahlenden Fehlbetrag der Stoag zwischen sechs und acht Millionen Euro jährlich in den vergangenen fünf Jahren auf ähnlicher Höhe zu halten. Für 2014 muss Kämmerer Apostolos Tsalastras 6,8 Millionen Euro überweisen. Das ist sogar eine Million Euro geringer als noch 2013.

Mit der Entwicklung zufrieden

„Wir sind mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Stoag sehr zufrieden“, sagen deshalb Overkamp und Klunk bei der Vorstellung des Geschäftsergebnisses für 2014 nicht ohne Grund. Geschafft wurde dies durch zusätzliche Belastungen der 420 Stoag-Beschäftigten, in dem man durch Personalabbau die Produktivität erhöhte, und durch starke Einschnitte ins Stoag-Nahverkehrsnetz. „Die Betriebsleistung der Stoag sank in den vergangenen zwölf Jahren um 23 Prozent.“

Die Zahl der Fahrgäste reduzierte sich zum Glück für die Stoag seit 2003 nur um zehn Prozent auf 36 Millionen – das liegt aber auch an der in Oberhausen zurückgehenden Bevölkerungs- und Schülerzahl. Zugleich stiegen die Fahrpreise im VRR deutlich an – und die Dieselpreise gaben im vergangenen Jahr nach – allein dies sparte übrigens 800.000 Euro.

 
 

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