Oberhausener Stadtplaner zerpflücken CDU-Linie 105

Die Linie 105 ist von der Stadt auf Stelzen stehend quer über das Stahlwerksgelände bis hin zur Marina und zum Gasometer geplant (rote Strecke), um den Ost-/und Nordtteil des Centros anzuschließen. Die CDU lässt die Linie 105 dagegen direkt zur Haltestelle Neue Mitte am heutigen Centro-Haupteingang fahren – ebenerdig. Sie benötigt dann aber eine zweite Haltestelle ebenerdig: „Centro Tief“.
Die Linie 105 ist von der Stadt auf Stelzen stehend quer über das Stahlwerksgelände bis hin zur Marina und zum Gasometer geplant (rote Strecke), um den Ost-/und Nordtteil des Centros anzuschließen. Die CDU lässt die Linie 105 dagegen direkt zur Haltestelle Neue Mitte am heutigen Centro-Haupteingang fahren – ebenerdig. Sie benötigt dann aber eine zweite Haltestelle ebenerdig: „Centro Tief“.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool

Oberhausen.. Nach der Stoag haben nun die Fachplaner des Rathauses die ebenerdige CDU-Alternativstrecke für den Lückenschluss der Straßenbahnlinie 105 von Frintrop über Umsicht und die Osterfelder Straße bis hin zu einer neuen Haltestelle „Centro-Tief“ intensiv geprüft.

Planungsdezernentin Sabine Lauxen (Grüne) ließ im Hauptausschuss am Montag kein gutes Haar an der Streckenführung der CDU: Sie sei nicht einen Kilometer kürzer wie angegeben, sondern fast genauso lang wie die bisher geplante Strecke quer über das Stahlwerksgelände hin zur Marina und dem Gasometer. Für die CDU-Strecke müssten erst Grundstücke teuer zugekauft werden, sie zerschneide Feuerwehr-Rettungswege, führe zu dicht am Air-Liquide-Gelände mit Giftstoffen vorbei und habe durch die an der Osterfelder Straße nötigen Ampeln für die Straßenbahn längere Fahrtzeiten im Vergleich zur bisherigen Strecke zur Folge. Insgesamt sei die CDU-Strecke teurer als die angegebenen 55 Millionen Euro. Zudem reiche die Zeit für die Realisierung nicht aus, um Fördergeld von Land und Bund (bis 2019) einstecken zu können.

Daniel Schranz verteidigte seine Strecke tapfer

CDU-Fraktionschef Daniel Schranz verteidigte seine Strecke tapfer, hielt viele Argumente für vorgeschoben: Die Zeit reiche aus, für das Air-Liquid-Problem gebe es Ausnahmen, andere Städte ließen ihre Bahnen auch Straßen queren. Zudem könne man die CDU-Strecke im Detail ja noch ändern. Die geplante Strecke der Stadt sei jedenfalls mit 80 Millionen Euro zu teuer.

SPD-Fraktionschef Wolfgang Große Brömer nannte die CDU-Planung dilettantisch und äußerte den Verdacht, die CDU wolle so den gesamten Lückenschluss torpedieren. Schranz wies das empört zurück.

 
 

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