Oberhausener Spionagemuseum "Top Secret" öffnet auch 2014

Frank Helling
Günter Irmler (links) von „Mehr Entertainment“ und der neue Betreiber des Museums, Ingo Mersmann..
Günter Irmler (links) von „Mehr Entertainment“ und der neue Betreiber des Museums, Ingo Mersmann..
Foto: WAZ FotoPool
Das Oberhausener Spionagemuseum Top Secret bleibt auch im kommenden Jahr geöffnet. Die Verhandlungen liefen bis zur letzten Minute. Die Unternehmensgruppe "Mehr Entertainment" wird sich aber zum Jahresende zurückziehen. Ein neuer Betreiber will die Ausstellung aus den roten Zahlen führen.

Oberhausen. Überraschende Wende im Fall des Spionagemuseum Top Secret: Es bleibt auch im neuen Jahr geöffnet. Zwar zieht sich die Düsseldorfer Unternehmensgruppe „Mehr Entertainment“ wie angekündigt zum Jahresende zurück, doch mit Ingo Mersmann hat die Erlebnisschau einen neuen Betreiber. Der studierte Historiker ist Mitarbeiter des Hauses.

Die Einigung über die Nachfolgelösung wurde am Dienstagabend erreicht, wie Günter Irmler, Geschäftsführer von „Mehr Entertainment“ und Top Secret, gestern auf der Pressekonferenz erklärte. „Am heutigen Mittwochmorgen haben wir uns per Handschlag geeinigt.“ In den nächsten zwei, drei Wochen soll alles schriftlich fixiert werden.

Wirtschaftliche Ziele nicht erreicht

Als Grund für den Rückzug nannte Irmler, dass bei Top Secret die wirtschaftlichen Ziele nicht erreicht worden seien. Mindestens 80.000 Besucher wollte man in diesem Jahr anlocken, die Hochrechnungen lägen aber nur bei „Ende 60.000 bis knapp 70.000.“ Damit das Haus in einem wirtschaftlich vernünftigen Rahmen laufen könne und schwarze Zahlen schreibe, brauche man eben Besucher.

Als Grund für die zu geringe Frequenz vermutet Irmler, dass sich der Tourismus in Oberhausen nicht so entwickelte, wie man angenommen habe. Er freue sich aber, dass es mit der Übernahme durch Ingo Mersmann gelungen sei, dass Oberhausen die Ausstellung behalte.

Wie der neue Betreiber das Spionagemuseum auf eine bessere wirtschaftliche Basis stellen wird, wollte er gestern noch nicht sagen. Er sieht aber Potenzial: „Wir bieten eine interessante Schau, gerade in diesen Zeiten der NSA-Affäre.“ Er will am Ausstellungsprogramm feilen, auch gerne mehr Veranstaltungen anbieten. „Ich bin hier dicht vor Ort, habe eine regionale Bindung. Das wird funktionieren.“

Exponate werden im Museum bleiben

Ob auch eine Kostenreduzierung durch Einsparungen beim Personal erforderlich sein wird, konnte Mersmann gestern noch nicht sagen. „Dafür ist das alles noch zu frisch.“ Über solche Dinge müsse nachgedacht und auch mit den Beschäftigten gesprochen werden. Er geht davon aus, dass in vier Wochen Klarheit besteht. Die Exponate werden im Museum bleiben, und natürlich werde es auch immer wieder neue Dinge zu sehen geben, erklärte Irmler.

Einen Wermutstropfen gab es gestern allerdings auch: Der angekündigte Besuch von Schauspieler Götz Otto – Bösewicht im James-Bond-film „Der Morgen stirbt nie“ – fiel aus. Er hatte seinen Flug von München nach Düsseldorf verpasst. „Ich hoffe, dass sich viele Besucher die Ausstellung weiterhin anschauen werden“, ließ er ausrichten.