Oberhausener serviert Champagner aus Automaten

Hendrik Steimann
Luisa Frese genießt an dem neuen Champagner-Automaten im Essener Einkaufszentrum Limbecker Platz ein Glas Champagner.
Luisa Frese genießt an dem neuen Champagner-Automaten im Essener Einkaufszentrum Limbecker Platz ein Glas Champagner.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Der Champagner-Automat im Essener Einkaufszentrum Limbecker Platz war nur der Start
  • Bald sollen auch in Oberhausen Automaten mit der teuren Prickelbrause aufgestellt werden
  • Ein Oberhausener Ehepaar hat die Idee – und will nun zehn weitere Automaten einkaufen

Oberhausen. Einen ganz besonderen Automaten hat das Essener Einkaufszentrum Limbecker Platz für seine Kunden an Land gezogen: Hier kann man sich gekühlten Champagner ziehen – eine Premiere in Deutschland. Und die Idee dazu hatte ein Pärchen aus Oberhausen: Hüseyin und Nurgül Murat.

Die beiden trinken sehr gerne Champagner und kamen eines Abends auf den kuriosen Einfall, die exquisiten Schaumweine aus Automaten zu verkaufen. Ihr Vorbild sind die Vereinigten Staaten, dort gibt es für Kunden aus Automaten alle möglichen Waren zu kaufen – eben auch die teure französische Prickelbrause.

Keine Glasflaschen im Centro

Mit der Münchener Firma Moët Hennessy fanden die Murats einen Lieferanten eines äußerst bekannten Marken-Champagners, mit einem Bochumer Unternehmen einen Automaten-Hersteller. Dort mieteten sie einen Automaten, meldeten ein Patent auf ihre Idee an und setzen sie in Essen um.

Denn im Oberhausener Einkaufszentrum Centro fand ihr Vorschlag keinen großen Anklang. Dort arbeitete Hüseyin Murat zehn Jahre lang im einst regional weit bekannten Dance-Club „Adiamo“, schenkte den Gästen als Kellner selbst Champagner ein. „Die Besucherzahl im Centro wäre perfekt für einen Champagner-Automaten. Aber für das Projekt zeigte sich das Management nicht so offen. Mir wurde gesagt, dass die Idee nicht schlecht sei, aber wirklich begeistert war keiner“, erzählt der Bankkaufmann.

Automat passt nicht richtig zum Centro

Centro-Manager Marcus Remark ist zwar diese Anfrage des rührigen Oberhausener Paares persönlich nicht bekannt, aber tatsächlich meint er, dass so ein Automat nicht so recht zur Ausrichtung des Centros passen würde. „Wir haben unsere Promenade mit den Gastronomen, wo man in ruhiger Atmosphäre Champagner trinken kann. Wir haben nicht vor, in nächster Zeit irgendeinen Automaten aufzustellen und wollen auch keine Glasflaschen in der Mall.“

Über den Vertragspartner Coca-Cola stehen Automaten mit Dosen im Centro. Zudem haben die Gäste die Möglichkeit, über die zwei Tankstellen vor dem Centro abends noch Sekt zu kaufen. „Wir können uns das Konzept natürlich trotzdem mal ansehen“, meint der Centro-Manager.

Idee soll in anderen Städten ankommen

In der Heimatstadt von Hüseyin und Nurgül Murat soll trotzdem ein Automat aufgestellt werden. „Das würde uns schon stolz machen“, sind sie sich einig. Vorstellen können sie sich den Hauptbahnhof. Deshalb soll die Deutsche Bahn kontaktiert werden. „Am Bahnhof laufen viele Leute vorbei, er ist 24 Stunden geöffnet, was in Einkaufszentren nicht der Fall ist. Daher eignet er sich fast noch besser“, meint Hüseyin Murat, der selbst täglich auf dem Weg zur Arbeit dort vorbeilaufen würde. Eine Alternative sieht er in Oberhausen nicht. „Das Bero-Zentrum ist zu klein, auf der Marktstraße ist nicht viel los.“

Auch in anderen Städten möchten die Murats ihre Idee verwirklichen. Dazu kamen bereits Anfragen aus Köln und Düsseldorf. „Es gibt immer einen Anlass, um Champagner zu kaufen“, glaubt Murat. Bis zum Jahresende haben er und seine Frau sich als Ziel gesetzt, noch zehn weitere Automaten in Auftrag zu geben.