Oberhausener Schützenvereine für Muslime öffnen

Das Schützenbrauchtum könnte Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammenbringen.
Das Schützenbrauchtum könnte Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammenbringen.
Foto: WAZ FotoPool
Ercan Telli, der Geschäftsführer des Integrationsrates, möchte Migranten-Organisationen und Schützen an einen Tisch bringen. Die Idee: Der gesellschaftliche Zusammenhalt könnte so gestärkt werden, da Oberhausener sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund zusammengebracht werden.

Oberhausen. Der Geschäftsführer des Integrationsrates, Ercan Telli, will Oberhausener mit Migrationshintergrund und Schützenvereine an einen Tisch bringen. Ausgehend von der Berichterstattung will Telli abklopfen, ob bei den hiesigen Schützen tatsächlich Platz für Menschen muslimischen Glaubens ist. „Und natürlich auch andersherum, ob Oberhausener Muslime, aber auch andere Migranten, sich nicht vielleicht für dieses Brauchtum interessieren könnten.“

Der Gedanke dahinter sei simpel. „Es gibt in jeder Lebenslage und -situation Raum für Begegnung“, ist er überzeugt. Sprich: Um Oberhausener sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund zusammenzubringen, könnten auch Schützenvereine eine wichtige Rolle spielen. „Das ist keine abwegige Idee. Von mir selbst kann ich erzählen, dass mein Vater in der Türkei Jäger war.“ Die Brücke zum Schießsport sei so etwa schon gegeben.

Schützen und Migranten an einen Tisch setzen

Dass bestimmte konservative Kreise, die durch einen muslimischen Schützenkönig in Werl angestoßene Diskussion, beenden wollen, sieht Telli kritisch. „Was spricht dagegen, dass auch türkische oder andere Mitbürger dieses Brauchtum kennen lernen und sich in den Vereinen einbringen?“

Ein erster Anstoß in Oberhausen könnte ein Treffen auf der Ebene von Vereinsvorsitzenden sein. „Wenn sich Vertreter der Schützen und Migranten an einen Tisch setzen, ist schon einmal ein Anfang gemacht.“ Doch auch weitere mögliche Schritte hat sich Telli bereits überlegt. „Denkbar wären im Anschluss Informationszettel in zwei oder drei Sprachen, die einfach das Konzept des Schützentums in den Migrantenvereinen vorstellen und weiter bekannt machen.“

Sollte das Interesse von Oberhausenern mit Migrationshintergrund geweckt worden sein, könnte es auch Besuche von Trainingsschießen oder ähnlichen Veranstaltungen geben. „Damit es soweit kommt, müssen beide Seiten miteinander in Gespräch kommen.“

 
 

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