Oberhausener Schönheit auf der Zielgeraden

Werden sich so nie wieder begegnen: Reproduktionen der „Nofretete“ (um 1355 v. Chr.) und der „Mona Lisa“ (um 1503) von Leonardo da Vinci im Schönen Schein.
Werden sich so nie wieder begegnen: Reproduktionen der „Nofretete“ (um 1355 v. Chr.) und der „Mona Lisa“ (um 1503) von Leonardo da Vinci im Schönen Schein.
Foto: Machoczek
Ausstellung berühmter Kunst im Gasometer ist nur noch kurz zu sehen. Die wunderbaren Fotos bleiben nicht erhalten. Leihgaben werden zurückggeben.

Oberhausen..  Der Schöne Schein geht, Wunder der Natur sind im Anmarsch: Noch exakt zwei Wochen haben Interessierte Gelegenheit, im Gasometerweltweit berühmte Kunstwerke zu bewundern und sich von der eigens für die Ausstellung erschaffenen Installation 320° Licht der Bremer Künstlergruppe Urbancreen verzaubern zu lassen. Die in ihrer Art einzigartige Begegnung mit Exponaten, „die das kollektive Bildgedächtnis prägen“, wie der Kurator es ausdrückt, ist nur noch bis einschließlich 1. November möglich.

Was dann kommt, klingt in den Ohren aller, die sich bereits von den qualitativ hochwertigen, bestechend scharfen, großformatigen Fotos der Bilder in den Bann ziehen ließen, ernüchternd. „Die Fotos müssen vernichtet werden“, sagt Gasometer-Sprecher Thomas Machoczk.

Enttäuschung für Interessenten

Nie wieder wird es also eine Chance geben, Vincent van Goghs „Sternennacht“, Thomas Coles „Vertreibung aus dem Paradies“, Giorgiones „Schlummernde Venus“ oder Gustav Klimts „Erfüllung“ so zu sehen, wie sie momentan noch im Gasometer ausgestellt sind. Junge Besucher, die Leonardo da Vincis Mona Lisa hier erstmalig begegneten, werden vielleicht enttäuscht sein, wenn sie später einmal im Louvre sein werden, weil das Original, das der Meister um 1503 in Öl auf Holz schuf, nur 77 mal 53 Zentimeter groß ist. Interessenten, die sich erkundigten, ob sie eine der Fotografien kaufen könnten, hat es übrigens auch gegeben.

„Die Bilder gehören uns zwar, die Bildrechte sind aber nur auf die Ausstellungszeit bezogen“, erklärt der Sprecher der Gasometer GmbH. Und diese Rechte überhaupt zu erhalten, sei eins der größten Probleme bei der Vorbereitung des Schönen Scheins gewesen.

Somit wird der Abbau der Ausstellung einfacher werden, weil die Exponate nicht geschützt werden müssen. „Der Hersteller, Print: Effexx aus Erkrath, wird sie entsorgen.“ Die Skulpturen hingegen werden ihren Leihgebern zurückgegeben oder eingelagert. Selbst Wolfgang Beltracci, berühmtester Kunstfälscher der Nachkriegsgeschichte, wird ein wenig trauern um die tollen Fotos. Zur Talkrunde im Gasometer zu Gast, hatte er gemeint, die Exponate seien ja alle schon wieder neue Originale.

Knapp 470 000 Besucher haben den Schönen Schein gesehen und es ist absehbar, dass die Besucherzahl nah an die 500 000er Grenze herankommen wird. „Für eine Kunstausstellung eine sehr gute Zahl“, sagt Machoczek. Sein Lockruf: „Es ist perfektes Gaso-Wetter. Bei uns ist es regengeschützt und es gibt viel zu gucken.“

 
 

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