Oberhausener Jugendparlament kämpft gegen Kriminalität

Gestern war der erste Drehtag für das Videoprojekt. Die Crew hat vor und in der Sparkasse an der Marktstraße gefilmt.Foto:Stadt
Gestern war der erste Drehtag für das Videoprojekt. Die Crew hat vor und in der Sparkasse an der Marktstraße gefilmt.Foto:Stadt
Drei Videoclips sollen Senioren zeigen, wie sich gegen Diebstahl und Trickbetrug schützen. Die jugendliche Filmcrew kooperiert dabei mit der Polizei.

Oberhausen.. Rund 100 Anzeigen gab es 2014 wegen Straftaten, die sich gezielt gegen Senioren richteten. Eine Zahl, die zu hoch ist, wie Polizeisprecher Tom Litges findet. Deswegen dreht die Polizei zusammen mit dem Jugendparlament und den Seniorensicherheitsberatern in dieser Woche drei kurze Videoclips. Sie zeigen typische Straftaten, mit denen Senioren häufig konfrontiert sind.

Der Umgang mit Bargeld, Sicherheit in Bus und Bahnen und Betrüger an der Haustür sind die Themen. Das Team drehte gestern in der Sparkasse, heute geht es auf dem Betriebshof der Stoag weiter, und am Mittwoch geht es dann in eine private Wohnung.

Bindeglied zu den Senioren

Die Idee hinter dem Projekt ist einfach, wie Tom Litges erklärt: „Viele Informationen laufen über die neuen Medien“, so der Polizeisprecher – so etwa über die Facebook-Seite der Polizei. Zu diesen Informationskanälen haben ältere Menschen aber häufig keinen Bezug. Das Video-Projekt soll hier über das „Bindeglied Jugendparlament“ einen Anschub geben.

„Die Jugendlichen sollen später ihren Großeltern die Videos zeigen“, so Hendrik Detmers. Er ist bei der Stadt für das Jugendparlament zuständig. „Es ist der Versuch, auf eine andere Art an die älteren Menschen heranzutreten.“

Die Videos handeln immer von positiven Beispielen. Es geht nicht darum, Angst vor Kriminellen zu schüren, sondern zu zeigen, wie sich Senioren effektiv vor Straftaten schützen können.

Tipps vom Seniorenberater

Das demonstrierte der Seniorenberater Dieter Nachtigall schon am ersten Drehtag. Am Bankautomaten rät er dazu, immer wachsam zu bleiben und zu beobachten, wer sich in der Nähe auffällt. „Wenn sie sich zu unsicher fühlen, dann nehmen sie ihre Kinder und Enkel zur Bank mit“, appelliert er. So schützen sich Senioren davor, dass sie von einer Gruppe bedrängt werden, die sie ablenkt und einfach Geld nimmt, wenn es aus dem Automatenschlitz kommt.

Um das Geld sicher nach Hause zu bringen, sei es entscheidend, dass es unbeobachtet in der Geldbörse verschwindet. „Nicht draußen vor der Bank zählen“, mahnt Dieter Nachtigall. Die Geldbörse an der Hose oder dem Gürtel zu befestigen ist sinnvoll. Von dem Portemonnaie in der Gesäßtasche rät der Berater ab.

Trotz des ernsten Themas haben die Akteure vor und hinter der Kamera aber Spaß beim Dreh. Per Münzwurf losten die Darsteller aus, wer die Kriminellen und wer die Passanten spielen darf. Michelle Lesniak (16) zog den Kürzeren. Sie schlüpfte in die Rolle einer Passantin. Aber heute und morgen gibt es ja noch eine Chance.

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