Oberhausener Ex-Prinzen zieht es in die Bauernstube

Dirk Hein
Peter Birkhäuser in der Gaststätte „Bauernstube“.
Peter Birkhäuser in der Gaststätte „Bauernstube“.
Foto: Fabian Strauch
Serie „Mein Lieblingsort“: Trotz struktureller Probleme mag Peter Birkhäuser den Kern von Styrum. Hier hat er das gesellschaftliche Leben im Blick.

Oberhausen-Styrum. Der Lieblingsort von Peter Birkhäuser steht symbolisch für ein Lebensgefühl, das den Ortsteil Styrum über viele Jahrzehnte geprägt hat. So schaut der ehemalige Handballer und Karnevalsprinz von Groß-Oberhausen durch die Kachelfenster des Gasthofs „Bauernstube“, in dem seit 138 Jahren Bier ausgeschenkt wird.

Sein Blick trifft die Lothringer Straße, und die belebte Straße lässt das Kopfkino laufen. „Es war früher auf einer Straße einfach alles zu erledigen.“ Mit den Veränderungen im Ortsteil haben sich die Styrumer arrangiert. Dass nicht alle Konsumbedürfnisse vor der Haustür erledigt werden können, ist klar. Und dennoch: Heimat als ein Stück emotionale Verbundenheit.

Vor den Toren der Josephkirche

Birkhäuser kennt den Ort, direkt vor den Toren der Josephkirche. Er sieht sich als Styrumer, nicht nur weil er der Karnevalsgesellschaft Styrumer Löwen vorsteht, sich die Jecken oft in jener Bauernstube treffen und Sommer- wie Winterfeste den gesamten Ortsteil zum Klönen einladen. Lange hat der Geschäftsmann nicht in Styrum gelebt, gerade erst ist er zurückgezogen, „weil es einfach passte“.

Früher als Handballer zog es ihn im Ortsteil regelmäßiger in die Gaststätten. Nach den Spielen in der damaligen Südbadhalle, heute Willy-Jürissen-Halle, war besonders viel los. „Manche, die eigentlich zum Spiel wollten, sind sofort in die Kneipen gegangen und haben sich das Spiel hinterher erzählen lassen.“ Erinnerungen.

Das Ausgehverhalten habe sich verändert, das habe sicher, meint der 55-Jährige, mit dem Alter zu tun, aber auch damit, dass die Kneipenkultur sich bei Jüngeren gewandelt hat. Vieles spiele sich heutzutage vor dem Ausgehen im Wohnzimmer ab. „Geschwatzt“ werde mit dem Handy. „Man hat früher an den Theken immer Bekannte getroffen, man musste sich nicht verabreden.“ Nach den Spielen ging es auf die Lothringer Straße, die Birkhäuser noch als wuselige Kneipenmeile kennt. Neben der „Bauernstube“ und dem „Bitchen“ hat vor allem der Wirt Siepe („Sauerländer Hof“) Eindruck hinterlassen, der in einer rekordverdächtigen Zahl von Vereinen eine Mitgliedschaft besaß. Vergangenheit.

Wintermärchen im Dezember

Birkhäuser, der auch im Marien- und Schladviertel wohnte, ist mit seiner Ecke verbunden: Wenn im Dezember bei der Veranstaltung „Wintermärchen“ wieder die Zelte vor der Josephkirche aufgebaut werden, treffen sich nicht nur Anhänger des Karnevalsvereins.

Solche Anlässe gibt es nicht oft, aber sie unterstreichen trotz struktureller Probleme den Willen der Styrumer zur Gemeinschaft.