Oberhausen

Oberhausener erblickt Widerliches in seiner Wohnung – als er den Kammerjäger ruft, wird es noch schlimmer

Immer wieder werden Verbraucher zum Opfer von Abzocke durch Kammerjäger. Der Verbraucherschutz hat wertvolle Tipps für Betroffene, die den Schädlingsbekämpfer rufen müssen. (Symbolbild)
Immer wieder werden Verbraucher zum Opfer von Abzocke durch Kammerjäger. Der Verbraucherschutz hat wertvolle Tipps für Betroffene, die den Schädlingsbekämpfer rufen müssen. (Symbolbild)
Foto: dpa

Oberhausen. In Oberhausen haben kleine Tierchen bei einem Mieter großen Ärger verursacht. Der Mann aus Sterkrade entdeckte eine Horde Ameisen in seiner Wohnung und rief einen Kammerjäger. Ein Schritt, den er schnell bereut haben dürfte.

Denn der Mann aus Oberhausen wurde übel abgezockt.

Wer sich im Sommer vor Kammerjäger-Abzocke schützen will, muss Einiges beachten. Betrüger kannst du aber anhand einfacher Hinweise schneller erkennen.

Oberhausen: Mann entdeckt „Profi“ im Internet und wird abgezockt

Im Internet entdeckte der Oberhausener zunächst einen „Profi“, der sich um seine Ameisen-Plage kümmern sollte und vereinbarte einen Termin. Doch schon bei der Anfahrt wurde der Oberhausener stutzig: Denn der Kammerjäger kam mit einem privaten Auto. Ein Schriftzug einer Firma auf dem Auto war nicht zu erkennen.

Auf Nachfrage gab der Kammerjäger an, dass der Service bei ihm knapp 400 Euro kostet. Zum Vergleich: Andere Unternehmen verlangen um die 150 Euro. Nach 20 Minuten war der Mann fertig.

Oberhausener muss statt 400 Euro plötzlich 2000 Euro zahlen

Doch bei den 400 Euro sollte es nicht bleiben – der Schädlingsbekämpfer verlangte auf einmal 2000 Euro. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug oder Wucher.

Der Fall ist kein Einzelfall. Bereits am 3. Juni war eine Frau Opfer einer ähnlichen Masche geworden. Auch sie beauftragte einen Kammerjäger, der den Rechnungsbetrag über das Kartenlesegerät gleich zweimal abrechnete. „Auch in diesem Fall sind die Firmenverhältnisse unklar und es erfolgte zunächst keine Rückerstattung“, erklärt die Polizei Oberhausen.

Verbraucherschutz: „Kammerjäger nutzen Notsituation ihrer Kunden immer wieder aus“

Ob Ameisen, Wespennester oder Fliegen im Haus: Im Sommer kann es immer wieder zu einer unangenehmen Ungeziefer-Sichtung in den heimischen vier Wänden kommen. Wie Mieter und Hauseigentümer sich am besten gegen Kammerjäger-Abzocke schützen können, weiß Carolin Semmler vom Verbraucherschutz NRW.

„Grundsätzlich: In der Regel sind das Notfälle und Kammerjäger nutzen die Notsituation ihrer Kunden immer wieder aus“, erklärt Juristin Carolin Semmler. Beschwerden über Kammerjäger gehören zu ihrem Arbeitsalltag.

„Auf jeden Fall nicht den erstbesten Kammerjäger, der im Internet vorgeschlagen wird engagieren“, erklärt die Juristin. Kunden sollten immer einen Festpreis anfragen und den dann vereinbaren.

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„Zwei bis drei Preisanfragen stellen und dann die Preise vergleichen“

Die Juristin empfiehlt: „Zwei bis drei Preisanfragen stellen und dann die Preise vergleichen.“

Egal wie schlimm das Ungeziefer-Problem ist, die Zeit sollte man sich laut der Carolin Semmler immer nehmen, um nicht an einen Betrüger zu geraten. Auch bei den vermeintlich unverbindlichen Telefonaten müssen Kunden Einiges beachten.

„Schon am Telefon kann ein Vertrag geschlossen werden, wenn im Gespräch 400 Euro vereinbart werden, dann ist das so“, erklärt die Juristin. Beide Seiten müssten sich dann an den vereinbarten Vertrag halten.

Verbraucher sollten sich immer auf Bauchgefühl verlassen

Bereits im Telefonat sollten Kunden daher genau darauf achten, ob der Betrag Sinn ergibt. „Bei einer kleinen 20 Quadratmeter Wohnung sollten Kunden misstrauisch werden, wenn plötzlich von 2000 Euro die Rede ist“, so Carolin Semmler.

„Verbraucher sollten sich auch als Laien immer auf ihr Bauchgefühl verlassen, bevor sie Vereinbarungen treffen“, so Semmler.

Die Juristin rät dazu, sich beim Gespräch mit dem Kammerjäger Zeugen dazu zu holen. „Holen Sie ihren Nachbarn dazu, damit er den vereinbarten Preis bezeugen kann“, so die Verbraucherschutz-Expertin.

Wichtig bei Misstrauen: Nur Anzahlung leisten

Auch bei der Bezahlung sollten Verbraucher sich zurückhaltend verhalten. „Wenn sie den Betrag als zu hoch empfinden, zahlen sie immer nur eine Anzahlung“, rät die Juristin.

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„Die spielen die Notsituation aus, deswegen nie sofort zahlen“

„Außerdem sollten Kunden immer auf Rechnung zahlen, um diese auch prüfen zu können. Wenn das Geld erst einmal gezahlt wurde, ist es in der Regel nämlich weg“, so Semmler. Dann sei es schwieriger sich das Geld zurück zu erstreiten.

„Die spielen die Notsituation aus, deswegen nie sofort zahlen“, rät die Juristin zum Schluss.

 
 

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