Oberhausener CDU schlägt andere 105-Strecke vor

Die in den 90er Jahren gebaute Stoag-Trasse zur Neuen Mitte und Sterkrade ist links zu sehen. Rot sind die Stadt-Pläne zur 105, blau ist der CDU-Plan.
Die in den 90er Jahren gebaute Stoag-Trasse zur Neuen Mitte und Sterkrade ist links zu sehen. Rot sind die Stadt-Pläne zur 105, blau ist der CDU-Plan.
Foto: wnm
Die Oberhausener CDU schlägt eine andere Streckenführung für den Lückenschluss der Straßenbahnlinie 105 zwischen Essen und Oberhausen vor. Danach soll die Bahn nur am Rande des Stahlwerksgeländes entlang fahren. Damit wäre keine Hochtrasse notwendig. Daniel Schranz: „Das ist billiger und schneller.“

Oberhausen.. Zwei Wochen vor der Entscheidung des Rates über den Bürgerentscheid zum 80-Millionen-Euro-Lückenschluss der Straßenbahnlinie 105 schlägt die CDU-Opposition überraschend eine neue, alternative Streckenführung vor: Von Essen-Frintrop geht es über die Essener Straße direkt am Fraunhofer-Institut Umsicht vorbei zu einer neuen Haltestelle Centro-Tief in der Nähe zum heutigen Neue-Mitte-Bahnhof. Danach würde die 105 alle zwanzig Minuten nach Sterkrade und alle zwanzig Minuten zum Hauptbahnhof fahren – auf der alten Stoag-Hochtrasse.

Die von der Stadt bevorzugte und vom Bund gutachterlich geprüfte Linie verläuft dagegen über eine aufwändige Hochtrasse quer über das Stahlwerksgelände und verbindet Ripshorst, das Marina-Gelände/Sea Life sowie den Gasometer, um dann direkt auf Höhe der Neue-Mitte-Station anzukommen.

„Die Kosten dieser Linie sind mit 80 Millionen Euro für drei Kilometer Straßenbahnstrecke, bei der die Stoag 13 Millionen Euro zahlen muss, viel zu hoch“, meint CDU-Fraktionschef Daniel Schranz. „Unsere Strecke ist sinnvoller, weil sie Umsicht als Keimzelle wissenschaftlicher Aktivität in Oberhausen anbindet, weil sie keine aufgeständerte Trasse ist, die das ganze Stahlwerksgelände zerschneidet und weil sie nicht über diese Ödnis führt, wo kaum jemand arbeitet.“ Zudem sei die CDU-Linie einen Kilometer kürzer und verbinde die Neue Mitte schneller mit dem Essener Nordwesten. Dafür sei sie auch noch mit 55 Millionen Euro deutlich billiger, weil man auf die teuren Betonständer verzichten könne.

Hochtrasse quer über das Gelände

„Mit der neuen Haltestelle Oberhausen-Ost an der S2 kombinieren wir zudem den S-Bahnverkehr mit der Straßenbahn, damit können hunderte Pendler im östlichen Oberhausen gut auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen“, wirbt Oberhausens CDU-Chef Wilhelm Hausmann für die neue Streckenführung. Fachleute hätten technisch geprüft, ob die Strecke realisierbar sei. Dass die Straßenbahn nicht bis zum Gasometer fährt, sei nicht schlimm, da die bestehende Stoag-Trasse hier schon vorbeiführe. Die zwei Haltestellen an der Neuen Mitte seien zwar nicht so komfortabel, aber der Umstieg von der heutigen Hoch-Station „Neue Mitte“ über eine Treppe zur neuen ebenerdigen Station „Centro-Tief“ sei machbar.

Schranz und Hausmann schlagen vor, die CDU-Strecke vor einem Ratsbürgerentscheid zu prüfen. Falls dies die Mehrheit des Rates nicht wünsche, könne man die bisher geplante Frage an die Bürger beim Ratsbürgerentscheid zur Linie 105 stattdessen soweit ergänzen, dass die Bürger nur über die bisherige Stadt-Linienführung abstimmt. „Sagen die Bürger Nein, ist nur die Stadt-Strecke tot, nicht aber der ganze Lückenschluss.“

Stoag-Geschäftsführer Peter Klunk lehnt die CDU-Strecke aus zwei Gründen ab: „Sie bindet den Osten der Neuen Mitte nicht an und quert ebenerdig die stark befahrene Osterfelder Straße. Dann steht der Autoverkehr dort alle fünf Minuten. Das ist nicht sinnvoll.“

 
 

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