Radler rasen in Oberhausen durch die Fußgängerzone

Barbara Hoynacki
Radler in der Fußgängerzone stellen ein häufiges Ärgernis dar.
Radler in der Fußgängerzone stellen ein häufiges Ärgernis dar.
Foto: WAZ
Leserin Marianne Vier: Polizei lässt sich zu wenig in der Innenstadt blicken. Polizeisprecher hält dagegen: City bildet Einsatzschwerpunkt. 30 Euro Strafe.

Stadtmitte. Die 76-jährige Ehrenvorsitzende des Bürgerrings Alstaden ärgert sich über rasende Radfahrer in der Fußgängerzone. Schweißgebadet sei sie regelmäßig, wenn sie mit ihrem Mann über die Marktstraße bummele, erzählt Marianne Vier. „Die sind zum Teil so schnell unterwegs und fahren so dicht an den Passanten vorbei – ich habe Angst, dass mein Mann und ich umgefahren werden“, macht sich die engagierte Alstadenerin Luft.

Und tatsächlich, allein während unseres Gespräches vor Ort sausen innerhalb von nur einer Stunde gleich fünf Radfahrer an uns vorbei: drei Jugendliche in scharfem Zickzack und sogar zwei ältere Damen mit Einkaufskörben am Lenker. „Es steht doch an jeder Ecke, dass das Radfahren in der Fußgängerzone verboten ist“, schüttelt Vier missbilligend den Kopf.

Oft genug habe sie die Radler in der Fußgängerzone schon selbst auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht. „Auch, wenn ich dann meist üble Beschimpfungen kassiere“, erzählt sie. Einmal habe ihr ein junger Mann sogar Prügel angedroht. Aber Marianne Vier wäre nicht Marianne Vier, wenn sie sich davon abhalten ließe.

Die 76-Jährige fordert ein verstärktes Eingreifen und vor allem mehr Präsenz der Polizei. „Wenn die Polizisten in ihren Uniformen über die Marktstraße gehen, steigen die meisten Radfahrer schnell ab“, habe sie mehrfach erfreut beobachten können. „Aber leider lässt sich die Polizei viel zu selten in der Innenstadt blicken.“

Keine größeren Unfälle

Eine Einschätzung, die Andreas Wilming-Weber, Sprecher der Oberhausener Polizei, so nicht stehen lassen kann. „Unser Bezirksdienst ist regelmäßig in der Oberhausener Innenstadt und auch auf der Marktstraße unterwegs und greift sofort ein, wenn er auf Radfahrer in der Fußgängerzone trifft.“ Dann sei übrigens ein Bußgeld in Höhe von 15 bis 30 Euro fällig.

Überhaupt bilde insbesondere die Marktstraße in puncto Taschendiebstahl einen Tätigkeitsschwerpunkt der Oberhausener Polizei. „Auch aus diesem Grund sind wir hier also gezielt im Einsatz“, betont Wilming-Weber.

Bislang habe es noch keine größeren Unfälle zwischen Radfahrern und Fußgängern in der Fußgängerzone gegeben. „Aber Radfahrer sollten sich darüber im Klaren sein, dass bei älteren Menschen schon ein kleiner Schubs zu schweren Verletzungen führen kann – und lieber absteigen.“

Denn das Risiko, mit dem Fahrrad versehentlich doch mal einen Passanten zu streifen, sei einfach viel zu hoch.