Politiker kritisieren: Das Alleenprogramm ist arg in Verzug

Ein besser gepflegter Mittelstreifen der Bismarckstraße wurde in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen gefordert.
Ein besser gepflegter Mittelstreifen der Bismarckstraße wurde in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen gefordert.
Foto: Tom Thöne
In der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen dreht sich die Diskussion um das Alleenprogramm. Die Verwaltung gab einen Sachstandsbericht.

Oberhausen..  Seit zehn Jahren gibt es ein Alleenprogramm in Oberhausen. 1600 alte und kranke Straßenbäume hätten seitdem durch neue Anpflanzungen ersetzt werden sollen. Umweltdezernentin Sabine Lauxen musste jetzt in der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen einräumen, mit dem Programm nicht vorangekommen zu sein. SPD, Grüne und Linke hatten dort einen Sachstandsbericht zum Thema erbeten.

„Seit der letzten Wahlperiode ist nichts mehr passiert“, begründete Hartwig Kompa (SPD) den Vorstoß der Koalition. Er nannte die Bismarckstraße als Beispiel. Dort habe es zwar Abholzungen gegeben. Aber der Mittelstreifen sei seitdem zum Parkstreifen verkommen, inzwischen mit tiefen Schlaglöchern. „Eine Pflege ist nicht mehr gegeben.“

Aufmerksam wurde die Koalition dadurch, dass die Stadtverwaltung sowohl an der Schifferstraße als auch an der Uhlandstraße Platanen fällen lassen möchte (wir berichteten). Das Alleenprogramm selbst war dort 2012 zuletzt Thema. Wo Fällungen schon vor Jahren geschahen, an der Straßburger Straße, lassen Neuanpflanzungen bis heute auf sich warten. An der Schifferstraße geht es um 13 Platanen. Dort soll zunächst eine Bürgeranhörung abgewartet werden. Und im Unterschied zur Straßburger Straße soll an der Uhlandstraße, wo es um 18 Platanen geht, erst gefällt werden, wenn die anschließenden Kanal- und Straßenbauarbeiten sich direkt anschließen.

„Was hat zu den Verzögerungen geführt?“, wollte Stadtverordneter Albert Karschti (Bürgerliste) in der Sitzung wissen. „Das Alleenprogramm geht auf das Jahr 2005 zurück“, erklärte Beigeordnete Sabine Lauxen. 2006 habe man das entsprechende Programm aufgelegt. Binnen zehn Jahren sollten demnach 1600 alte und kranke Straßenbäume gegen jüngere ausgetauscht werden.

Standsicherheit gefährdet

„Bis 2010/11 hat das Geld für die Ersatzpflanzungen gefehlt“, räumte Lauxen ein. Deshalb habe man sich auf jene Fälle beschränkt, bei denen die Standsicherheit gefährdet war oder Kanalbauarbeiten angestanden haben. „Eigentlich sollte aber unabhängig davon ein Generationswechsel stattfinden“, so Lauxen. Im Jahr 2013 habe man bereits gegenüber dem Umweltausschuss eingeräumt, dass zu wenig passiert sei. Immerhin habe man aber jährlich 80 000 bis 100 000 Euro aus Ersatzzahlungen zur Verfügung gehabt. Die Dezernentin erklärte weiter: „Wir sind jetzt dabei, eine inhaltliche Konzeption zu erstellen.“

Dazu soll ein Baumforum einberufen werden, in dem neben Mitarbeitern der Stadtverwaltung auch Politiker, Naturschützer, Sachverständige und die OGM GmbH als ausführendes Unternehmen vertreten wären.

 
 

EURE FAVORITEN