Knappenviertel in Oberhausen strebt weiter nach vorn

Ist eines der Themen im Forum Oberhausen-Ost: die ehemalige Hauptschule St. Michael an der Knappenstraße
Ist eines der Themen im Forum Oberhausen-Ost: die ehemalige Hauptschule St. Michael an der Knappenstraße
Foto: Hayrettin ÖZCAN
Jürgen Schnug stellte jetzt das neue Forum Oberhausen-Ost in der Bezirksvertretung vor. Er bittet um Hilfe für ein hauptamtliches Stadtteil-Management.

Oberhausen..  Auch die Bezirksvertretung Alt-Oberhausen macht sich dafür stark, das soziale Zusammenleben im Knappenviertel möglichst mit öffentlichen Mitteln weiter zu fördern. Das wurde bei der Anhörung von Jürgen Schnug, dem Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Knappeninitiative und Initiator des Forums Oberhausen-Ost, und der anschließenden Diskussion deutlich. „Wir hätten gern ein Stadtteil-Management“, erbat Schnug bei den Bezirksvertretern.

Bezirksbürgermeisterin Dorothee Radtke (SPD), die selbst 15 Jahre Vor­sitzende der Knappeninitiative war, hatte ihren Nachfolger in das Gremium eingeladen. Nach der Gemeindeordnung kann die Bezirksvertretung Sachverständige und Einwohner zu einzelnen Punk­ten der Tagesordnung anhören.

Jürgen Schnug ist seit zwei Jahren Vorsitzender der Knappeninitiative. Darin haben sich vor allem die Geschäftsleute zusammengeschlossen, um dem Viertel Impulse zu geben. Durch die Stadtteilerneuerung vor 20 Jahren habe eine richtige Aufbruchstimmung im Osten der Stadt geherrscht, blickte Schnug zurück. Aber zuletzt sei es ziemlich ruhig im Viertel geworden. „Ich habe lange Lethargie empfunden. Wir konnten das nicht so lassen, mussten aktiv werden“, erklärte er. Vor einem Jahr lud er deshalb alle im Knappenviertel Aktiven zu einer Stadtteilkonferenz ein. „Ich war überrascht von der großen Resonanz“, berichtete er den Bezirksvertretern.

Noch am gleichen Abend wurden verschiedene Arbeitsgemeinschaften gegründet, so eine für Veranstaltungen im Viertel, eine für das Wohnumfeld, eine AG Generationen für die Verbesserung des Zusammenlebens von Jungen und Alten und eine für die Flüchtlingsproblematik. Sie haben auch in diesem Jahr getagt.

Bedarf für Jugendarbeit

Verschiedene Ideen kamen bei ihren Treffen auf, so die Idee, ein Stadtteilzentrum Ost zu installieren, berichtete Schnug. Auch habe man sich in Sterkrade informiert, wo die dortige Werbegemeinschaft die Aufwertung der Innenstadt mit Erfolg angestoßen hat.

„Wir haben vor allem Bedarf für die Jugendarbeit“, erklärte Schnug den Kommunalpolitikern. Auch die Evangelische Lutherkirchengemeinde suche nach einem neuen Do­mizil dafür. Das Beispiel Sterk­rade zeige aber: Ohne eine Stelle, die die Ideen vorantreibe und koordiniere, die Förderanträge stelle und als Anlaufstelle diene, gehe es nicht. Solch ein Stadtteil-Management könne aber nicht ehrenamtlich funktionieren.

„Wir sollten wirklich Unterstützung bieten“, begann CDU-Sprecher Werner Nakot die anschließende Aussprache. Das Knappenviertel sei in den letzten 20 Jahren einen Riesenschritt vorangekommen, auch dank des Einsatzes der Knappeninitiative. Jetzt gelte es, mit dem Gelände der ehemaligen Hauptschule ein riesiges Areal neu zu gestalten. Das sah auch René Pascheberg (SPD) so. „Das sollten wir zusammen auf den Weg bringen“, erklärte er. Ähnlich äußerte sich BOB-Ratsherr Peter Bruckhoff.

„Wir müssen prüfen, was fördertechnisch möglich ist“, gab Beigeordnete Sabine Lauxen aber zu bedenken. Was damals aus dem Programm „Soziale Stadt“ finanziert worden sei, könne nicht erneut mit öffentlichen Geldern unterstützt werden. „Wir müssen nach neuen Themen und Töpfen suchen.“

 
 

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