Junge Gärtner in Oberhausen wollen hoch hinaus

Gartenarbeit macht Spaß, auch wenn man dabei vom Mutterboden schwarze Hände bekommt.
Gartenarbeit macht Spaß, auch wenn man dabei vom Mutterboden schwarze Hände bekommt.
Foto: Kerstin Bögeholz
Auch im Uhlandpark im Knappenviertel ist ab sofort urbaner Gartenbau möglich. Die Kinder zweier Kitas machten damit jetzt den Anfang

Oberhausen..  Ab sofort ist Urban Gardening (urbaner Gartenbau) auch im Uhlandpark möglich. Im Beisein von Bezirksbürgermeisterin Dorothee Radtke bepflanzten Kinder der Kindertagesstätten St. Michael und Strickersweg jetzt die ersten beiden von vorläufig drei Hochbeeten. Weitere sollen hinzukommen. Aktive vom Jugendtreff Parkhaus haben sie in ihrer Holzwerkstatt aus alten Transportpaletten gebaut. Damit können künftig aber auch Erwachsene dort Blumen oder Nutzpflanzen ziehen, sie pflegen und schließlich ernten.

„Im Knappenviertel soll auf diese Weise eine Gelegenheit mehr geboten werden, bei der Bürger miteinander in Kontakt treten können und den Park wieder beleben“, berichtete Nese Özcelik vom Büro für Chancengleichheit der Stadt. Kindern soll damit auf spielerische Weise vermittelt werden, dass Salat, Gurken, Radieschen, Äpfel, Bir­nen, Erdbeeren, Stachel- oder Johannisbeeren eigentlich nicht aus dem Supermarkt stammen, sondern Produkte der Natur sind, die man auch selbst anbauen kann. Im neuen Forum Oberhausen-Ost, in dem die aktiven Kräfte des Ortsteils vertreten sind, wird über diese und andere Möglichkeiten diskutiert, das Knappenviertel weiter nach vorne zu bringen.

Schließlich erhält der Uhlandpark, der zuletzt vor 20 Jahren ausgebaut wurde, damit eine neue Ausrichtung. Denn zumindest eine der dortigen großen Wiesen kann zu einer Obstwiese umfunktioniert werden. 30 junge Obstbäume und -sträucher wurden dafür angeschafft. „Wir haben sie aus unseren Mitteln für den Erlebnisgarten am Parkhaus bezahlt, um das Projekt erst einmal in Gang zu bringen“, berichtete Stephan Kutsch, der Leiter des Jugendzentrums. Das Parkhaus ist zur Zeit in der ehemaligen St.-Michael-Schule untergebracht. Es soll im nächsten Jahr zurück zum Uhlandpark ziehen und dort erweitert werden.

Zielsicheres Hämmern

Seine beiden Mitarbeiter René Gräsel und Timm Beermann legten zusammen mit den Kindern am Donnerstag letzte Hand an die Hochbeete an. Dabei war zielsicheres Hämmern zum Anbringen eines Schildes daran wichtig. Es weist darauf hin, dass ein Hochbeet von den Kindern der Kita am Strickersweg betreut wird. Außerdem wurden die Hochbeete mit Eriken und Begonien bepflanzt.

Sorgen bereitet den Parkhaus-Mitarbeitern noch, ob die Wiese uneingeschränkt für das Einpflanzen der Obstbäume und -sträucher geeignet ist. Sollte der Boden Schadstoffe enthalten, müsste er erneuert werden. Aber auch unabhängig davon werden Spenden an Kompost angenommen, denn der für die ersten drei Hochbeete verwendete Mutterboden lässt noch biologische Vielfalt vermissen. Regenwürmer seien den Kindern beim Einpflanzen jedenfalls kaum begegnet, hieß es.

Wie die Parkhaus-Mitarbeiter berichteten, fehlt bei einigen Anwohnern auch noch das Verständnis für die „Essbare Stadt“ im Uhlandpark. So könnten Hundehalter die Wiese nicht mehr zum Auslauf für ihre Tiere nutzen. Allerdings hat Immeo Wohnen davor bereits ein Hinweissschild auf das Projekt zur Verfügung gestellt.

Wer Kompostboden für die Hochbeete zur Verfügung stellen kann, möge sich mit Stephan Kutsch ( 860 120, nachmittags) in Verbindung setzen.

 
 

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