Hübschdinge zum Schnäppchenpreis in Oberhausen

Beim Zonta-Markt für „gebrauchte Hübschdinge": (v.li.) Nicole Dietz, Christine Mecklenburg und Barbara Kempken.
Beim Zonta-Markt für „gebrauchte Hübschdinge": (v.li.) Nicole Dietz, Christine Mecklenburg und Barbara Kempken.
Foto: Kerstin Bögeholz
Zum zweiten Mal veranstaltete der Zonta-Club einen Markt für gebrauchte Textilien. Die Damen aus der Chefetage sortierten dafür aus ihren Kleiderschränken aus

Knappenviertel..  Wenn der Zonta-Club Oberhausen zu seiner „Secondrella“, zum Markt für gebrauchte „Hübschdinge“, ins In Hostel Veritas an der Essener Straße einlädt, werden auf dem ehemaligen Zechengelände die Parkplätze knapp. So war es am Sonntag, als der Markt dort zum zweiten Mal stattfand: Die 36 Mitglieder, Frauen in Führungspositionen, hatten mal wieder ihre Kleiderschränke durchforstet, worauf sie wohl verzichten könnten, und boten diese Sachen erneut zum Schnäppchenpreis für einen guten Zweck an. Hinzu kam Neuware, die ihnen dank guter Kontakte gespendet wurde.

Zwischen den Kleiderständern im Hostel drängten sich die Interessierten. „Hier sind immer schöne Märkte, alles so ein bisschen mit Stil“, erklärte eine Frau, während sie auf einem Wühltisch mit Pullovern und Blusen einen Pullover für zehn Euro musterte. Neben ihr wurde sogar ein Mann fündig, bei einer braunen Lederjacke.

„Manchmal sind es auch Sachen von Freundinnen“, erklärte Claudia Slomma, die neue Vorsitzende des Zonta-Clubs. Sie hat in diesem Jahr Maria Guthoff abgelöst. Frauen in Führungspositionen können und müssen es sich teilweise leisten, viel Geld in ihre Garderobe zu investieren.

Mit von der Partie war auch wieder Spaßmacherin Gerburg Jahnke. Sie half einer Frau aus Mülheim/Ruhr dabei, mehrere Mäntel anzuprobieren. Derjenige aus Stoff war oben herum zu eng, der aus braunem Leder saß schon besser. Aber damit war die Kundin auch nicht zufrieden und wandte sich an den Nachbartisch. „Ich probiere es jetzt mit Tüchern“, sagte sie.

Hersteller spendete Neuware

Dank guter Kontakte von einer der Zonta-Damen hatte der Hersteller St. Emile eine nagelneue Kollektion zur Verfügung gestellt. Mutter und Tochter aus Osterfeld sollte es recht sein. Die Mutter hatte sich für einen Rock in Größe 42 entschieden. 40 Euro sollte er kosten. In einer Boutique könnten es 100 Euro mehr sein. „Schön hier“, fanden die beiden Frauen.

Das sah auch Susanne Arnken aus Duisburg so. Sie ist von Beruf Hutmacherin und war am Sonntag im In Hostel mit einer Auswahl ih­rer extravaganten Kopfbedeckungen für die Wintersaison vertreten. Die verkauften sich gut. Die Preisspanne lag zwischen 60 Euro und 250 Euro. „Vom Ertrag gebe ich am Ende eine Spende“, sagte sie. Arnken hat sich erst Anfang 2015 selbstständig gemacht und nutzte ihren Stand im In Hostel auch dazu, neue Kontakte zu knüpfen.

„Der Erlös unserer Veranstaltung soll unserem Projekt ,Glanzlichter’ zugute kommen“, erklärte Zonta-Vorsitzende Claudia Slomma. Sie ist übrigens von Beruf Personalchefin bei der Energieversorgung Oberhausen (EVO). „Wir wollen Frauen, die von Altersarmut betroffen sind, unterstützen“, erklärte sie. Dazu gebe es Kontakte zur Arbeiterwohlfahrt. Frauen mit geringen Einkünften könnten so Wünsche erfüllt werden, zum Beispiel die Fahrtkosten für den Besuch bei einer entfernten Freundin. Im vergangenen Jahr kamen bei der ersten Secondrella an der Essener Straße immerhin 3000 Euro zusammen.

 
 

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