Flüchtlinge filmen ihr neues Zuhause Oberhausen

Jörg Briele, Ramazan, Kevin Casper, Amir, Jessica und Esatullah (v.l.) vor dem Schloss Oberhausen.
Jörg Briele, Ramazan, Kevin Casper, Amir, Jessica und Esatullah (v.l.) vor dem Schloss Oberhausen.
Foto: Funke Foto Services
Eine Woche lang lernten Jugendliche den Umgang mit der Kamera und zogen damit los. Auch Asylsuchende machten dabei mit.

Alt-Oberhausen.. Jessica (15) und Amir (13) stehen im Schlosshof der Ludwiggalerie. Sie sprechen in ein Mikrofon, Jessica in Deutsch, Amir in Dari, einer afghanischen Sprache. Die Moderatoren erzählen über den Kaisergarten und das Schloss, über Oberhausen und seine Sehenswürdigkeiten. Esatullah (16) filmt die beiden Sprecher mit der Kamera und Ramazan (16) überprüft derweil den Ton.

Die vier Jugendlichen nehmen am „Kurz und klar“-Filmfestival teil. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt. Mit dabei sind Action Guide, das offene Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche in Oberhausen, der Presseklub und die Evangelische Jugendhilfe Oberhausen. Jörg Briese und Kevin Kasper haben es im Juli geleitet, haben eine Woche lang drei Gruppen im Filmen und Schneiden angeleitet. Sie erstellten gemeinsam Kurzfilme zu dem Thema „Zu Hause ist
. . . “.

„Es ist ein tolles Kaleidoskop an Kurzfilmen zum Thema Zuhause und Oberhausen entstanden. Wir haben verschiedene Filmbeiträge erstellt und das in einem kompakten Format“, freut sich Leiter Jörg Briese über die Ergebnisse. Die dritte Gruppe stellt Oberhausens Sehenswürdigkeiten vor.

„Die Jugendlichen haben die Orte zunächst beschrieben, in Deutsch und in Dari“, sagt Briese. Dari ist die Muttersprache der drei Flüchtlinge aus Afghanistan. „Dann wird gefilmt und schließlich geschnitten“, berichtet der Kursleiter weiter. Die Filme könne man auch ohne die Texte verstehen, sie sollen den Flüchtlingen aber auch ihr neues Zuhause näherbringen – mit Erfolg.

Seit sieben Monaten in Deutschland

„Ich habe Oberhausen mit seinen Sehenswürdigkeiten besser kennengelernt. Wir haben einen tollen Film über den Kaisergarten und die Open Area gemacht“, meint Ramazan. „Den Kaisergarten kannte ich schon, das Schloss jetzt auch“, erzählt Amir schmunzelnd: „Ich bin zufrieden mit unserem Film. Das haben wir gut gemacht.“ Jessica hat schon mehr Erfahrung als ihre drei Kollegen, die seit über einem halben Jahr in Deutschland leben. „Ich war schon im letzten Jahr dabei und werde nächstes Jahr wieder da sein. Es macht echt Spaß, einen Film zu drehen“, sagt sie. Esatullah dagegen ist von der Technik begeistert: „Ich mag es, wenn der Chef ,Action’ sagt. Die Kopfhörer sind verdammt cool, das Mikro und die Kamera auch.“

Die Technik sei „kein Schrott“, sagt Briese tiefstapelnd: „Es ist hochwertige Technik. Wir nutzen sogar eine 4K-Kamera, damit wir auch optisch ein gutes Ergebnis haben. Wir wollen einen Film mit Anspruch vermitteln.“

Mit der Arbeit der Jugendlichen und den Ergebnissen zeigt sich der „Chef“ zufrieden: „Sie haben größtenteils in Eigenregie gearbeitet. Draußen sein und dazu mit Medien – das spricht die Jugendlichen natürlich an. Ich bin wirklich überrascht, wie gut es geklappt hat.“

 
 

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