„Brenners“ präsentieren humorvoll „Alles wegen Onkel Fred“

Mit dieser Urne hat es eine besondere Bewandtnis – Hugo hat sich bei Regina eingenistet, was bei dieser nicht gerade auf Begeisterung stößt.
Mit dieser Urne hat es eine besondere Bewandtnis – Hugo hat sich bei Regina eingenistet, was bei dieser nicht gerade auf Begeisterung stößt.
Foto: Fabian Strauch
Vorhang auf für „Die Brenners“ – seit vielen Jahren schon sind die Hobbydarsteller auf der Bühne präsent. Nun gibt’s ein neues Stück.

Oberhausen.  „Unser Stück hat alles, was ein gutes Stück braucht: Sex, Alkohol, Algensalat und einen Toten.“ Mit diesen Worten öffnet Thomas Dietz den Vorhang vor der kleinen Bühne des vollbesetzen Gemeindesaals St. Johannes und gibt den Blick der Zuschauer auf ein gemütliches Wohnzimmer frei.

Es ist der Beginn der Premiere des Stücks „Alles wegen Onkel Fred“, aufgeführt von der Laienspielgruppe „Die Brenners“. Obwohl das rund 90 Minuten lange Theaterstück nur in einem Raum spielt, hat es Einiges an Handlung zu bieten: Hugo, ein chronischer Schnorrer und Charmeur, hat sich in der Wohnung seiner Schwester Regina eingenistet. Kaum ist diese im Urlaub, fängt Holger zwei Liebschaften gleichzeitig an.

Doch nicht nur das: Er platziert auch die Urne des verstorbenen Onkels Fred im gemeinsamen Wohnzimmer. So kommt es, wie es kommen muss: Regina, die nichts ahnend aus dem Urlaub zurückkommt, verwechselt die Urne mit einer Vase und entsorgt Onkel Freds sterbliche Überreste kurzerhand im Müll. Dann taucht auch noch Hugos Freund Waldemar auf und Hugos Liebschaften drohen aufzufliegen. Das Chaos ist perfekt.

„Alles wegen Onkel Fred“ ist ein Stück ohne Hauptdarsteller: Alle Rollen haben etwa gleich viel Text. „Wir haben extra ein Stück gewählt, in dem alle Rollen ungefähr den gleichen Umfang haben“, erklärt Hugo-Darsteller Herbert Agata (63). Doch auch der witzige Unterton sei für die Auswahl des Stückes ausschlaggebend gewesen: „Wir haben schon beim Lesen alle sehr gelacht“, sagt Marion Hocks, die im Stück Regina verkörpert.

Und tatsächlich scheint der schwarze Humor auch beim Publikum gut anzukommen. Szenen, wie etwa die Neu-Befüllung der Urne mit Zigarettenasche, sorgen wiederholt für laute Lacher und Applaus. Selbst die Schauspieler können sich ab und an ihr Schmunzeln nicht verkneifen.

Noch zwei Mal zu sehen

Solche und ähnliche Aussetzer, wie kleine Versprecher oder Texthänger, stören das Publikum aber nicht: „Man merkt den Unterschied zum Profi, aber dem Stück, dem Inhalt und der Leistung der Schauspieler tut das keinen Abbruch“, sagt Besucher Hans-Ulrich Horst (61). Hier gehe es nicht um Perfektion, sondern darum, die Zuschauer zu unterhalten, so Marion Hocks. Laut Zuschauerin Claudia Bienen (51) eine Mission, die erfüllt wird: „Die Schauspieler bringen Humor in den Alltag. Was sie versprechen, wird voll erfüllt!“

„Die Brenners“ bringen schon seit 29 Jahren beinahe jährlich ein Stück auf die Bühne. Den Namen verdankt die Theatertruppe der Familie Brenner aus dem Stück, „Nun sag’s doch endlich“. Es war seinerzeit das zweite Stück, das die Hobby-Schauspieler aufführten. Das diesjährige Stück „Alles wegen Onkel Fred“ wurde von Heidi Mager verfasst und ist noch zwei Mal zu sehen, bevor endgültig der Vorhang fällt.

Die Aufführungen der „Brenners“ sind im Gemeindesaal St. Johannes, Babarastraße 16, zu sehen.

Kartenhotline: 0208 - 878345; Eintritt: sieben Euro; Kinder bis 14 Jahre: drei Euro. Zwei Vorstellungen gibt es noch: am Sonntag, 6. Nov. (15 Uhr); die Veranstaltung am Samstag, 5. November, ist ausverkauft.

 
 

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