Bayerische Mode in Oberhausen gefragt

Fast 25 Jahre hat Angelika Chossa ihr Geschäft mit Trachten- und Landhausmode an der Lothringerstraße 164. Der Trend ist nach wie vor ungebrochen.
Fast 25 Jahre hat Angelika Chossa ihr Geschäft mit Trachten- und Landhausmode an der Lothringerstraße 164. Der Trend ist nach wie vor ungebrochen.
Foto: Funke Foto Services
Ob Dirndl oder Lederhose - die Mode aus Bayern ist auch hier gefragt. Und das seit vielen Jahren.

Oberhausen. Das also trägt der Herr von Welt: eine Lederhose in olivgrün mit aufgestickten Blümchen, dazu ein grün-weiß-kariertes Hemd und eine ebenfalls bestickte Rindslederweste. Allein die Lederhose, die schon ein bisschen was kostet, ist ein Teil fürs Leben. „Die können sogar noch ihre Kinder tragen“, sagt Angelika Chossa vom gleichnamigen Trachtengeschäft „Landhausmoden“ an der Lothringer Straße 164.

Lederhose und Dirndl in Oberhausen. Das mutet zunächst exotisch an. Aber tatsächlich feiert das Geschäft im kommenden Jahr seinen 25. Geburtstag. Vielleicht auch, weil manche Menschen Mut zur Verwandlung beweisen. Angelika Chossa zeigt Fotos von einem Banker und dessen Metamorphose. Aus dem Brille-Anzug-Schlips-Träger wird mit Lederhose, Hemd, Hut ein fescher Naturbursche. „So konnte er gut zum Oktoberfest in München gehen“, sagt Angelika Chossa.

Gelernte Einzelhandelskauffrau

Die 64-Jährige, die selber ein traditionelles Dirndl trät, überrascht: „Beim Oktoberfest in München war ich noch nie.“ Dirndl trage sie aber oft, nicht nur im Geschäft. Sie schlüpft allerdings auch in Lederhosen. „Ich bin da ganz offen“, erklärt Angelika Chossa. Zur bayerischen „Staatskleidung“ kam die gebürtige Mülheim-Styrumerin auf Umwegen. „Ich habe Einzelhandelskauffrau gelernt“, sagt sie. Dann baute Angelika Chossa ein Taxi-Unternehmen auf, das sie zehn Jahre lang führte. „Ein bisschen verrückt muss man im Leben sein“, findet Chossa. Denn vom Taxi stürzte sie sich auf die Trachtenmode.

„Ich habe immer viel Lanhausmode getragen“, erzählt sie über die klassischen Kleidungsstücke aus guten Stoffen. Dann suchte sie nach einem schwarzen oder dunkelblauen Hosenanzug im Landhausstil und wurde erst in einem Trachtengeschäft fündig. Da war dann die Idee, selber ein solches Geschäft zu eröffnen. Großartig Gedanken über Erfolg oder Misserfolg machte sich Angelika Chossa nicht. „Wenn ich irgendwas mache, dann mache ich es einfach“, sagt sie. So einfach bietet sie nun schon fast ein Vierteljahrhundert Trachten, Landhausmode oder Schützenkleidung an. Ihre Kunden kommen sogar als Köln, dem Sauerland, Münster oder Oldenburg. Und aus Monaco. „Im vergangenen Jahr hatte ich eine Anfrage nach Dirndls aus Monaco“. In diesem Jahr brauchte man dort Herrenlederhosen. So also kommt bayerische Mode aus Oberhausen nach Südeuropa.

 
 

EURE FAVORITEN