Oberhausen startet Urban Farming

Marcel Sroka
Erdbeeren, Kräuter & Co. können Oberhausener bald am Technischen Rathaus in Sterkrade ernten. Derzeit richten Mitarbeiter die Fläche her.
Erdbeeren, Kräuter & Co. können Oberhausener bald am Technischen Rathaus in Sterkrade ernten. Derzeit richten Mitarbeiter die Fläche her.
Foto: Ruhrwerkstatt
Ungenutzte Flächen sollen künftig mit Gemüse, Obst und Kräutern bepflanzt werden. Projekt mit Langzeitarbeitslosen.

Oberhausen. Ungenutzte Flächen in Oberhausen mit Gemüse, Obst und Kräutern bepflanzen und dadurch die Stadt etwas „essbar machen“: Mit dem Projekt „Essbare Stadt“ steigt die Stadt ins „Urban Farming“ (Urbaner Gartenbau) ein – eine erste Fläche wird derzeit am Technischen Rathaus in Sterkrade hergerichtet. Die Bürger dürfen sich später kostenlos selbst bei den gewachsenen Obst- und Gemüsesorten bedienen. Ein weiterer Bestandteil des Projekts: Lang­­zeitarbeitslose bereiten die Flächen auf und sollen dadurch qualifiziert werden.

„So können die Langzeitarbeitslosen etwas zurück an die Bürger geben“, erklärt Renate Weiß von der Ruhrwerkstatt – dort ist die Maßnahme angesiedelt. Anfang Oktober ist das Projekt angelaufen. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit der Fläche, die zwischen Technischem Rathaus und dem Sterkrader Tor liegt, kann dort jedoch nichts direkt in die Erde eingepflanzt werden. Die Pflanzungen werden in Hochbeeten vorgenommen. „Alles ist biologisch, hier wird nichts gespritzt“, berichtet Heike Hommann. Die Gartenbautechnikerin betreut das Projekt, erarbeitet zusammen mit den Langzeitarbeitslosen weitere Ideen.

Zwiebeln in Hochbeeten

Auf einem Drittel der Fläche, die insgesamt knapp 1500 Quadratmeter groß ist, entsteht ein Kräutergarten. „Die ersten Kräuter könnten schon geerntet werden“, so Hommann. Erdbeeren, Salat, Zwie­beln werden auf einem weiteren Teilbereich in Hochbeeten gepflanzt. „Es bleiben Leute stehen und schauen sich an, was dort gemacht wird.“ Michael Liesenfeld ist einer der Teilnehmer an der Maßnahme. „Vor allem Kinder interessieren sich für das, was hier passiert.“

Die Pflanzen sind frei zugänglich. „Wir werden auch noch einen Weg anlegen“, berichtet Hommann. Oberhausener, die im Rollstuhl sitzen oder auf einen Rollator angewiesen sind, sollen so direkt an Erdbeeren & Co. herankommen können. „Obst und Gemüse sollen so direkt erlebbar werden“, sagt Renate Weiß.

Umweltdezernentin Sabine Lauxen sieht in dem Projekt einen Beitrag dazu, dass Lebensmittel wieder geschätzt werden. „Wer weiß, wie viel Arbeit und Pflege es bedarf, bis man Gemüse ernten kann, wird nichts so schnell in den Müll werfen“, warb sie jüngst im Magazin der Oberhausener Grünen für die „Essbare Stadt“. „Wer auch im öffentlichen Raum zeigt, dass man auf kleinen Flächen grüne Ess-Oasen schaffen kann, steckt Nachbarn an.“ Zumal im Ruhrgebiet Gemüsegärten mit Taubenschlag oder Kaninchenställen zu den festen Bestandteilen eines Gartens gehören würden.