Oberhausen

Tränen bei Mord-Prozess: Oberhausener Vermieter rammt Opfer Eisenrohr durchs Auge ins Hirn

Der wegen der brutalen Tötung angeklagte Nils H. verdeckt zu Prozessbeginn sein Gesicht.
Der wegen der brutalen Tötung angeklagte Nils H. verdeckt zu Prozessbeginn sein Gesicht.
Foto: dpa

Oberhausen. Als der mutmaßliche Mörder seines Vaters seine Aussage beginnt, stürmt Ufuk A. (40) unter Tränen aus dem Saal des Landgerichts Duisburg.

Er braucht frische Luft. Für Ufuk A. ist es unerträglich, wie schlecht Nils H. (36) über seinen Vater spricht.

Grausame Tötung in Oberhausen: Prozess um tödlichen Streit um Wasserleitung

Es ist der Auftakt zu einem Prozess, der einen schier unglaublich brutalen Mord in Oberhausen behandelt. Der Streit um ein wenige Zentimeter großes Loch für einen Wasseranschluss im Keller endete tödlich.

Riza A. (†58) hatte das Loch gebohrt, offenbar ohne die Erlaubnis seines Vermieters Nils H.. Mit Pfefferspray bewaffnet stapfte H. am 7. August 2018 zum betroffenen Haus in Oberhausen. Im Keller wurde ein Streit zu einer körperlichen Auseinandersetzung.

Fakt ist: Am Ende des Streits war Riza A. tot – Nils H. rammte ihm ein Eisenrohr durch das Auge in den Schädel, das Opfer starb an Hirnverletzungen. Wie es dazu kam, soll vor dem Landgericht Duisburg geklärt werden.

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Emotionslos erzählt der Vermieter seine Sicht der Dinge. Er spricht von Notwehr, Riza A. habe ihn beleidigt, geschubst und sich auf ihn geworfen. Später habe er dann einen Hammer geholt und Nils H. damit angegriffen und verletzt.

Um sich zu verteidigen, griff der Angeklagte nach eigener Aussage nach dem Lampenstab, wollte seinen Mieter von sich fern halten. Im Eifer des Gefechts habe er A. im Gesicht getroffen. „Wie sich herausstellte, war das Eisenrohr in seinen Schädel eingedrungen“, sagt der Angeklagte kühl.

Obduktionsbericht widerspricht Notwehr-Aussage

Die Verletzungsbilder widersprechen dieser Aussage, wie Gönül Üstebay gegenüber DER WESTEN berichtet. Die Rechtsanwältin aus Duisburg vertritt Ufuk A., der als Nebenkläger am Prozess um den Mord an seinem Vater teilnimmt.

Laut Obduktionsbericht (>> hier alle Infos) muss Riza A. gelegen haben, als er mit dem Eisenrohr getötet wurde. In der Anklage (>> hier mehr) heißt es, Nils H. habe seinen Kontrahenten mit dem Hammer bewusstlos geschlagen.

Eisenrohr durchbohrte kompletten Schädel

Dann habe der Vermieter den ohnmächtigen Mann gepackt, ihn in einen Nebenraum gezerrt und ihm in voller Tötungsabsicht den Lampenfuß aus Eisen durch das Auge ins Hirn gerammt – mit so viel Wucht, dass er den Schädel komplett durchbohrte.

Penibel versteckte der Vermieter die Leiche anschließend, reinigte den Tatort und hängte dann ein Schild „Keller nicht betreten, frisch gestrichen“ an die Tür. „Die Kinder im Haus sollten das nicht sehen“, verteidigt der Angeklagte seine Handlungen.

Zu diesem Zeitpunkt war Ufuk A. bereits zurück im Gerichtssaal. „Ihm ist sehr wichtig, dabei zu sein“, so Üstebay. Am Dienstag folgt der zweite Prozesstag – dann sagt Ufuk A. als Zeuge aus.

 
 

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