Oberhausen

Nach Reaktion auf Vorfall um Guido Reil: Oberhausener Linken-Politiker erhält Morddrohung

Der Oberhausener Linken-Politker Niema Movassat kommentierte den Vorfall um Guido Reil und kassierte einen Shitstorm.
Der Oberhausener Linken-Politker Niema Movassat kommentierte den Vorfall um Guido Reil und kassierte einen Shitstorm.
Foto: Pressefoto Niema Movassat
  • Niema Movassat sitzt für „Die Linke“ im Bundestag
  • Er kommentierte via Twitter den Vorfall um Guido Reil
  • Anschließend prassten Beleidigungen und Drohungen auf ihn ein

Oberhausen. Um 14:43 Uhr setzt Niema Movassat am Dienstag seinen ersten Tweet ab. Er kommentiert die Ingewahrsamnahme des AfD-Politikers Guido Reil bei einer 1.-Mai-Demo in Essen und deutet auf den „klaren Verstoß gegen das Versammlungsrecht“ hin:

Was dann über den Oberhausener Linken-Politiker hereinbricht, ist eine Welle an Hasskommentaren, beleidigende Mails und sogar eine Morddrohung.

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Movassat stützt sich auf Polizeiangaben

Movassat beruft sich in seinem Tweet auf einen Artikel von DER WESTEN. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei noch bekannt gegeben, dass Guido Reil selbst das Pfefferspray bei sich getragen habe. Auf diese Information stützt sich Movassat.

Später stellte sich heraus, dass einer seiner Sicherheitsmänner das Pfefferspray bei sich trug. Die Securitys wurden jedoch dem Politiker zugeordnet und galten auf der Demo nicht als Einzelpersonen. Reil kündigte später an, das polizeiliche Vorgehen anzufechten. Gegenüber dieser Redaktion wütete er: „Das war ein abgekartetes Spiel, um mich von dieser Demo fernzuhalten.“

Linken-Politiker Movassat prangert Doppelmoral an

Genau hier sieht hingegen Linken-Politiker Movassat dem ausschlaggebenden Punkt. „Die rechten Kreise versuchten den Fall zu verharmlosen“, ärgert er sich. Daher sei es ihm wichtig gewesen, sich zur Ingewahrsamnahme Reils klar zu positionieren. Er prangert in seinem zweiten Tweet die vermeintliche Doppelmoral der AfD an:

Movassat hält das Vorgehen der Polizei für absolut korrekt. „Das Versammlungsgesetz sieht ganz klar vor, dass verbotene Gegenstände, wie Pfefferspray, auf Demos nicht erlaubt sind“, so der gebürtige Wuppertaler: „Wenn man dem nicht nachkommt, wird man in Gewahrsam genommen.“

Auschwitz-Verwünschungen via Mail

Vielen Usern auf Twitter und Facebook stoßen Movassats Kommentare böse auf. So erhielt der Politker unter anderem eine Mail mit dem Inhalt: „Die Gaskammern in Auschwitz werden hoffentlich bald wieder in Betrieb genommen und sie kommen dann da rein.“

Darauf reagierte Movassat in seinem dritten Tweet am Dienstagabend mit den Worten „Das Fell der Nazis ist wohl sehr dünn“:

Der Sprecher der Linken für Verfassungspolitik ist sich nach den Anfeindungen sicher: „Ich werde mich nicht in meiner Meinungsfreiheit einschränken lassen. Es ist wichtig im Netz Stellung zu beziehen.“ Darüberhinaus habe er neben Hass auch viel Zuspruch erhalten.

 
 

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