Oberhausen

Oberhausen: Alleinerziehende Mutter (31) leidet an seltener Krankheit – und braucht jetzt dringend deine Hilfe

Sabrina Schuster (31) aus Oberhausen braucht dringend Hilfe.
Sabrina Schuster (31) aus Oberhausen braucht dringend Hilfe.
Foto: privat

Oberhausen. „Manchmal habe ich keine Kraft mehr, es ist ermüdend. Mein Leben dreht sich nur noch um die Krankheit“, erzählt Sabrina Schuster (31) aus Oberhausen resigniert. Seit fünf Jahren leidet die alleinerziehende Mutter an sogenannten psychogenen dissoziativen Krampfanfällen, fällt mehrmals am Tag in Ohnmacht.

Dadurch kann sie nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen, ist isoliert. Jetzt hat die junge Frau aus Oberhausen nur noch einen Hoffnungsschimmer: Ein Assistenzhund soll der 31-Jährigen helfen, ihr Schutz bieten, damit sie endlich wieder alleine das Haus verlassen kann.

Oberhausen: Junge Mutter leidet an seltener Krankheit – und braucht dringend deine Hilfe

Mit ihrer Tochter Annemarie (8) durch den Kaiserpark in Oberhausen spazieren oder ein Eis essen gehen? Undenkbar für die erkrankte Mama!

Auch im Gespräch mit DER WESTEN wird deutlich, wie sehr sie die Krankheit einschränkt. Als sie eine Broschüre über Assistenzhunde zeigen will und gerade erklärt, warum ihr das so viel bedeutet, hört sie plötzlich mitten im Satz auf zu sprechen und kippt seitlich vom Stuhl.

Dort bleibt sie krampfartig liegen, ihre Mutter Marion (54) steht besonnen auf, „alles ist gut. Gleich ist es wieder vorbei“ sagt sie ruhig, greift nach einem Ammoniak-Stäbchen und hält ihr ihn behutsam unter die Nase. „Geh weg damit!“, sagt Sabrina Schuster bestimmt und setzt sich vorsichtig benebelt wieder auf. Sie ist stark geschwächt, das merkt man deutlich.

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„Alles, was nicht beeinflussbar ist, erschreckt mich“, erklärt die junge Mutter. Die Folge: Sie kippt wie aus dem Nichts um, ist wie weggetreten. „Das können manchmal 20 Anfälle am Tag sein“, macht ihre Mutter Marion Schuster deutlich. Warum? Das ist unklar. Die 54-Jährige ist bei dem Gespräch dabei, um ihre Tochter zu unterstützen. „Wenn ich mal zwei Tage keine Beschwerden habe, ist das eine Seltenheit“, ergänzt Sabrina Schuster.

Verletzt habe sich die 31-Jährige zum Glück noch nie ernsthaft, nur Kratzer und blaue Flecken zog sie sich desöfteren zu.

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Das sind psychogene dissoziative Krampfanfälle:

  • Psychogene Krampfanfälle ähneln epileptischen Anfällen
  • Doch sie sind nicht durch neuronale Aktivität ausgelöst
  • Stattdessen haben sie psychische Ursachen
  • Die Unterschiede sind oft schwer zu unterscheiden
  • Eine Fehldiagnose ist schnell gestellt, Patienten nehmen dann Antiepileptika, die nicht helfen
  • Bei den Anfällen verlieren die Betroffenen das Bewusstsein, sind aber doch nicht ganz weggetreten
  • Diese Anfälle sind stark belastend und kosten eine Menge Kraft
  • Durch äußere Reize wie Kälte oder unangenehmer Geruch (wie Ammoniak) können Patienten zurückgeholt werden

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Plötzlich verändert sich das Leben

Doch ihr Leben war nicht immer so. Sabrina Schuster war ein normaler Teenager, feierte beim Derby, ging mit Freunden aus, machte eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin, nebenher kümmerte sie sich als alleinerziehende Mutter um ihre kleine Tochter.

„Und plötzlich kippte ich einfach hinter der Theke aus den Latschen“, erinnert sich die 31-Jährige an ihren ersten Anfall, wusste nicht, was los war. Ebenso die Ärzte. Erst nach anderthalb Jahren konnte die treffende Diagnose gestellt werden.

Arbeitsunfähig bis 2055

Mit der Folge, dass sie nun einen Schwerbehindertenausweis (80 Prozent) hat und Erwerbsminderungsrente bis 2055 bekommt - also bis zum Eintritt ins Rentenalter. Sie hat die Pflegestufe 1 und wird vom ambulanten Pflegedienst betreut.

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Freunde habe sie schon lange keine mehr und auch keine Hobbys, erzählt sie mit belegter Stimme.„Wer will schon in der Disco beim Feiern ständig auf jemanden aufpassen müssen, dass nichts passiert?“

„Drei Jahre lang haben wir nichts Warmes gegessen“

Denn ein Hupen vor der Tür erschreckt die Oberhausenerin schon. Und dann sackt sie zusammen. Kochen war für sie lange nicht möglich - zu groß war die Gefahr, dass es anbrennt. „Drei Jahre lang haben wir nichts Warmes gegessen“, erinnert sie sich.

Jetzt hat ihre Mama ihr endlich einen Thermomix kaufen können. „Der schaltet sich automatisch ab“.

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„Mein schlimmstes Szenario ist, dass ich im Bus umkippe, meine Tochter aussteigt und nicht weiß, wo sie ist“, erzählt sie. Oft sei sie schon beklaut worden in der Öffentlichkeit. „Weil es aussieht, als würde ich schlafen oder als sei ich betrunken.“

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Und deshalb braucht die kleine Familie einen Assistenzhund. Der soll über das WZ Hundezentrum ausgebildet werden. Kostenpunkt: etwa 20.000 Euro. Für den Betrag muss sie alleine aufkommen, die Krankenkasse habe abgelehnt. „Krankenkassen übernehmen generell keine Kosten für Assistenzhunde“, macht Hundetrainer Ulrich Zander deutlich. Deshalb ist die Oberhausenerin jetzt auf Spenden angewiesen.

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Assistenzhund:

  • Ein Assistenzhund kann der Patientin Sicherheit geben
  • In stressigen oder gefährlichen Situationen kann er sie abschirmen und beschützen
  • Der Hund kann die Patientin bei einem Anfall wach bekommen, indem er ihr die Decke wegzieht oder den Notfallknopf drückt
  • Auch kann er die Notfallmedikamente bereithalten

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Bei der Ausbildung werden einjährige Hunde - meist Labrador Retriever, aber auch Australien Shephards, Pudel oder Golden Retriever - 12 bis 18 Monate lang speziell geschult.

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„Wenn Sabrina die Hälfte des Geldes vorweisen kann, können wir mit dem Training beginnen“, erzählt Zander, fügt aber hinzu: „Bei Erwachsenen ist es schwieriger das Geld zusammenzubekommen.“

Wenn du Sabrina Schuster helfen möchtest kannst du auf folgendes Konto für die alleinerziehende Mama spenden:

Spendenkonto:

  • Servicehundzentrum e.V.
  • Ostsee Sparkasse Rostock
  • IBAN: DE 07 1305 0000 0201 0635 73
  • Verwendungszweck: Assistenzhund für Sabrina Schuster
 
 

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