Oberhausen

Oberhausen: Geflüchtete als Bademeister – Aquapark startet deutschlandweit einmaliges Projekt

Im Aquapark in Oberhausen werden jetzt Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund zum Badefachangestellten ausgebildet.
Im Aquapark in Oberhausen werden jetzt Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund zum Badefachangestellten ausgebildet.
Foto: Funke Foto Service

Oberhausen. Fliegende Fäuste und Polizeieinsätze wegen marodierenden Jugendlichen in Schwimmbädern ist in diesem Sommer ein Thema, dass die Gemüter erhitzt.

Von brenzligen Situationen wie in Düsseldorf kann Dieter Vatheuer nicht berichten. „Vielleicht liegt es auch an unserem recht entspannten Familienpublikum. Bisher sind wir sehr zufrieden, wie unsere Gäste auch mit der großen Hitze umgehen“, so der Geschäftsführer des Aquaparks Oberhausen.

Dass Schwimmbäder auch Erfolgsgeschichten in punkto Integration erzählen können, zeigt das Oberhausener Bad. Der Aquapark hat gemeinsam mit dem kommunalen Integrationszentrums, dem Integrationsrat der Stadt und dem DLRG Bezirk in diesem Jahr das Projekt „Sprungbrett in den Job“ gestartet. Ziel ist es Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund in einen Job zu bringen.

Aquapark Oberhausen bringt Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund in Jobs

„Bei dem Projekt geht es um die Bekämpfung des Fachkräftemangels in Bädern und darum, den Menschen eine Chance zu geben, mit einer einfachen Ausbildung in den Beruf zu starten. Ein Vollzeit-Beruf ist für uns ein wichtiger Teil der Integration“, sagt der Aquapark-Geschäftsführer.

Die sieben Teilnehmer absolvieren dazu ein bezahltes Praktikum im Aquapark in Oberhausen. Vier von ihnen für drei Monate in Vollzeit, drei für sechs Wochen in Teilzeit. Ziel ist es, den DLRG-Schein in Silber zu erzielen und erste Einblicke in den Beruf des Rettungsschwimmers zu bekommen.

Und schon jetzt sind Erfolge abzusehen: Ein Teilnehmer wird am 1. August in Vollzeit übernommen, ein anderer wird eine Ausbildungsstelle zum Fachangestellten für Bäderbetriebe im Aquapark beginnen. Auch bei einem Dritten stehen die Übernahme-Chancen gut.

Weitere Absolventen können in anderen Bädern - etwa in den OGM-Bädern in Mitte und Sterkrade oder den Schwimmbädern in Dülmen und Hamm -unterkommen. „Viele Bäder suchen Fachkräfte für die Wasseraufsicht. Doch der Job ist für viele kein attraktiver Beruf. Er beinhaltet Arbeit am Wochenende oder an heißen Tagen wie heute“, erklärt Vatheuer.

Schwimmbäder tun sich schwer Personal zu finden

„Viele Bäder tun sich daher schwer Personal zu finden. Obwohl der Beruf auch viel Attraktives mitbringt. Man ist mehr als eine reine Wasseraufsicht, bringt Kindern das Schwimmen bei oder betreut Kunden.“

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Zum Oberhausener Projekt gehört neben dem DLRG-Schein auch ein Erste-Hilfe-Kurs und ein Seminar in Rettungslehre. Dazu kommen vier Module als Seminare bei der Stadt Oberhausen, in denen es darum geht, den Teilnehmern zu zeigen, wie sie sich in der Stadt und im Land einbringen können, wie eine Stadt aufgebaut ist und wie ein Betrieb funktioniert. „Es war uns sehr wichtig, dass unsere Mitarbeiter auch sozial integrativ begleitet werden und nicht einfach nur einen DLRG-Schein machen“, so Vatheuer.

Teilnehmer bringen viele verschiedene Muttersprachen mit

Die Teilnehmer sprechen alle gut Deutsch, aber bringen auch Muttersprachen wie Türkisch, Kurdisch, Serbisch, Rumänisch und Englisch mit. „Zudem steigt nach den Sommerferien noch ein sportlicher Bewerber mit afrikanischen Wurzeln in das Projekt ein“, so Vatheuer.

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Dieter Kalthoff vom Integrationszentrum der Stadt Oberhausen ist begeistert von dem Modellprojekt: „Seit Jahren betreue ich Menschen beruflich mit Migrationshintergrund oder gar geflüchtete Menschen. Die Integration steht hierbei im Vordergrund, mit dem Projekt schaffen wir die nahtlose Überführung in einem praktischen Job des Rettungsschwimmers. Ein einzigartiges und tolles Projekt, was zeigen soll: In Oberhausen tut sich etwas!“

Eine zweite Runde ist nach den Sommerferien bereits geplant. (ms)

 
 

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