Oberhausen

Oberhausen: Gaunerzinken an Hauswänden und auf dem Fußweg – was bedeuten diese geheimen Zeichen?

Oberhausen. Sie sind klein, recht unauffällig und sehen aus wie Kritzeleien von Kindern: Gaunerzinken. Mit Kreide oder Farbe werden die geheimen Zeichen an Haustüren, Hauswänden oder auf dem Fußgängerweg gezeichnet.

Nicht jeder weiß, dass hinter den Strichen und Kreisen Anweisung für Einbrechergruppen stehen. Sie dienen kriminellen Banden als Hinweise, wo etwas zu holen ist. In Oberhausen auf der Mülheimer/ Ecke Falkensteinstraße entdeckte ein Anwohner die Gaunerzinken.

Gaunerzinken in Oberhausen: Das bedeuten die geheimen Zeichen

Späher kundschaften Wohngegenden aus und machen sich ein Bild davon, wie leicht sich in Häuser einbrechen lässt. Mit den Zinken am Boden kommunizieren sie die Umstände vor Ort. So heißt ein Zeichen zum Beispiel: „Hier gibt es was zu holen“ oder „Hier wohnen alte Leute“.

Andere Symbole warnen die Einbrecher davor, zuzuschlagen. „Vorsicht, bissiger Hund“ oder „Bedrohung durch Waffe“.

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Jede Gruppe nutzt eigene Gaunerzinken

Eine Legende, was genau welches Zeichen zu bedeuten hat und welche Zinken es alle gibt, existiert nicht, wie die Polizei Oberhausen auf Nachfrage von DER WESTEN mitteilte. Unterschiedliche Tätergruppen würden unterschiedliche Zeichen nutzen.

Für die Polizei sei es daher auch schwierig, zu ermitteln, wofür die Symbole stehen. Gaunerzinken gibt es laut Polizei schon ewig. Die Zeichen werden über Generationen weitergetragen, sie seien aber ein „Relikt aus vergangenen Zeiten“.

Heutzutage sei es üblicher spontan einzubrechen – oder die Einbrecher kundschaften die Wohngegenden selbst aus. Wenn die Täter merken, dass ein Einbruch nicht klappt oder nichts zu holen ist, ziehen sie weiter.

Trotzdem empfiehlt die Polizei, die Symbole von den eigenen Haustüren oder Fußwegen vor dem Haus zu entfernen, wenn sie dort auftauchen.

Oberhausen: Einbruchzahlen gehen zurück

In Oberhausen wurde im vergangenen Jahr so wenig eingebrochen wie seit zehn Jahren nicht. Nur 390 Fälle zählen die Beamten in ihrer Kriminalstatistik, 2013 waren es noch fast 1000. (jg/mb)

 
 

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