Oberhausen ächzt: viel mehr Wespen als im Vorjahr

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Schädlingsbekämpfer rät aber zur Gelassenheit im Umgang mit den Tieren. Milder Winter ließ Königinnen überleben. Doch die Plage 2011 war schlimmer.

Oberhausen.. Ein leckeres Eis im Biergarten oder ein Stück Kuchen auf der eigenen Terrasse – aus dem Genuss kann in diesen Tagen schnell Verdruss werden, wenn sich Scharen von Wespen ebenfalls zum Schmaus eingeladen fühlen. In diesem Jahr sind die stachelbewehrten Luftakrobaten besonders zahlreich.

Das bestätigt der Oberhausener Schädlingsbekämpfer Benjamin Keßner: „Wespenvölker sterben am Ende jeder Saison, nur die Königinnen überleben. Da wir einen milden Winter hatten, haben sehr viele von ihnen überlebt.“ Und so sei der Eindruck vieler Oberhausener richtig, dass es mehr Wespen als im Vorjahr gebe.

Die Angst vor einem Wespenstich ist nicht unberechtigt, kann er doch vor allem für Allergiker durchaus bedrohlich werden. Auch Kinder sind gefährdet, wenn sie beim Spielen auf ein Erdloch-Nest treten. Fühlen sich Wespen angegriffen, können sie im Schwarm angreifen.

Spezielle Fallen im Einsatz

Manche Schädlingsbekämpfer haben sogar einen 24-Stunden-Wespennotruf installiert, Benjamin Keßner hat darauf verzichtet: „Wir haben rund 50 Wespeneinsätze täglich, da ist die Grenze des Möglichen erreicht.“

Viele Oberhausener haben den Eindruck, die Tiere seien in diesem Jahr extrem versessen auf Süßes und Grillgut. „Stimmt nicht,“ sagt der Experte, „sie suchen nur jetzt zum Ende ihrer Saison besonders nach süßer und proteinreicher Kost“. Manche stellen eigens Gläser mit Limo auf, um sie vom eigenen Teller wegzulocken. Ein Kollege schwört auf ein Glas Bier. Als vorbeugender Schutz ein durchaus probates Mittel, sagt Keßner: „Auch angezündetes Kaffeepulver hilft, weil sein starker Qualm süßen Duft überlagert. Es hat aber den Nachteil, dass der Dampf für einen selbst unangenehm ist.“ Die Deutsche Wildtierstiftung rät hingegen zu einem Sträußchen Basilikum, das Wespen angeblich nicht riechen mögen.

Wespen fangen Fliegen, Mücken und Käfer

Keßner setzt auf spezielle Wespenfallen, die in der Nähe von Terrassen oder Biergärten mit Duftstoffen die Wespen anlocken. Leider gebe es kein wirksames rein biologisches Mittel zur Wespen-Bekämpfung, sagt der Experte, der durchaus eine Lanze für diese Tiere bricht: „Sie sind sehr nützlich, denn sie gehören zu den räuberischen Insekten, fangen die Fliegen, Mücken und Käfer. Ein Wespenvolk kann pro Tag bis zu einem Kilo Insekten vertilgen.“

Insgesamt rät der Schädlingsbekämpfer zu Gelassenheit im Umgang mit Wespen: „Man sollte nicht wild nach ihnen schlagen; das macht sie aggressiv. Außerdem ist es in diesem Jahr nicht so schlimm, wie es 2011 war. Damals gab es eine echte Wespenplage auch in Oberhausen.“

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