Waisenhaus verpuppt sich zum Wohnhaus in Oberhausen

„Es läuft“: Heinz Reimann baut das frühere Waisenhaus zu einem Wohnhaus um. Davor entsteht eine Tiefgarage mit 22 Stellplätzen.
„Es läuft“: Heinz Reimann baut das frühere Waisenhaus zu einem Wohnhaus um. Davor entsteht eine Tiefgarage mit 22 Stellplätzen.
Foto: Ulla Emig / WAZ FotoPool
Hinter einem hohen Gerüst wird das frühere Waisenhaus im Oberhausener Ortsteil Rothebusch derzeit zum Wohnhaus für 18 Haushalte umgebaut. 2000 Tonnen Material sind herausgeschafft, 220 Lkw-Ladungen Erde abgetragen. In einem Jahr sollen die Arbeiten beendet sein.

Oberhausen. Wahrscheinlich wäre es einfacher gewesen, das frühere Waisenhaus abzureißen und auf dem Grundstück ein neues Mehrfamilienhaus zu errichten. Doch Heinz Reimann wollte es nicht einfach.

Er lässt seit rund einem Jahr das zum Teil mehr als 100 Jahre alte Gebäude zu einem modernen Wohnhaus umbauen, samt Tiefgarage, Fahrstuhl und Penthouse-Wohnungen. „So ein historisches Gebäude abzureißen, das wäre viel zu schade gewesen“, sagt Reimann. „Man muss Altes auch erhalten können.“

Mitte 2015 soll’s fertig sein

Mit Reimanns Investition in Millionenhöhe mausert sich der einst verfallene Altbau an der Waisenhausstraße in Rothebusch zur lebhaften Großbaustelle: Rund 2000 Tonnen Material haben Facharbeiter unter anderem der Oberhausener Firma Arkenau & Gerwers seit Mitte 2013 aus dem historischen Gebäude geschafft, jede Wand aufwändig vom Putz der vergangenen Jahrzehnte befreit, Wände nachgebessert, eingerissen oder neu errichtet, zwei Aufzugsschächte angelegt.

Das Dach wird nun neu gedeckt, zusätzliche Fenster für geplante Loggen gebrochen, eine neue Treppe gebaut, eine alte abgetragen. Damit steht quasi der Rohbau, in den nun bis Mitte 2015 auf einer reinen Wohnfläche von 2000 qm 18 moderne Eigentumswohnungen mit Kellerräumen, Aufzügen und Anschluss ans umweltschonende Fernwärmenetz der EVO entstehen werden. Bereits jetzt sind zehn der Wohnungen verkauft. Zwei weitere Wohnungen sollen in dem ehemaligen Waschhaus entstehen, das Reimann ebenfalls umbauen wird. Das Haus war zuletzt bei einem Brand lädiert worden, ein Teil ist nun abgetragen.

Fundament wird bald gegossen

Hinter dem historischen Waisenhaus, wo früher eine wilde Wiese wuchs, klafft jetzt ein gewaltiger Graben. Mehr als 40 mal 25 Meter groß und sechs Meter tief ist die Grube, die einmal Tiefgarage mit 22 Stellplätzen sein will. Über 220 Lkw-Ladungen Boden hat Reimann abtragen lassen. Das Fundament wird nun bald gegossen.

Auf das Dach der künftigen Garage soll dann ausreichend Boden aufgeschüttet werden, um die Fläche nach Absprache mit dem Umweltamt wieder zu begrünen. Sie soll sich in den kleinen Wald rund ums Gelände einfügen.

Größere Überraschungen wie marode Mauerteile oder schadstoffbelastetes Material habe es bisher nicht gegeben, sagt Reimann, einer von drei Geschäftsführern des Industrie- und Versorgungsunternehmens IVT.

Bereits von der Caritas in Betrieb genommen ist der Kindergarten, den Reimann 2012 zusammen mit dem rund 6000 qm großen Waisenhaus-Grundstück erworben hat. Zum Schutz der Kinder wird die Zufahrt zum Waisenhaus künftig über die Michaelisstraße erfolgen.

 
 

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