Tansanische Gemeinde lebt friedliches Miteinander

Beeindruckt zeite sich Oberbürgermeister Daniel Schranz vom guten Miteinander zwischen Christen und Muslimen, von dem Pastor Leonard berichtete.
Beeindruckt zeite sich Oberbürgermeister Daniel Schranz vom guten Miteinander zwischen Christen und Muslimen, von dem Pastor Leonard berichtete.
Foto: Norbert Schmenk
Pastor Leonard aus Tansania besuchte die Sterkrader Gemeinde St. Clemens und berichtete von gutem Auskommen zwischen Christen und Muslimen.

Oberhausen.  Pastor Leonard aus Dodoma in Tansania kommt seit Jahren einmal jährlich für einige Wochen nach Deutschland und wohnt während dieser Zeit im Kloster der Liebfrauen-Kirche in Sterkrade. Gestern ist er nach vielen Begegnungen in und um Oberhausen wieder nach Tansania zurückgeflogen. Seine Erzählungen über das weitgehend friedliche Miteinander von Christen und Muslimen in seiner Heimat fanden unter anderem in Oberhausens Oberbürgermeister Daniel Schranz einen aufmerksamen Zuhörer.

Norbert Schmenk, Mitglied der Gastgeber-Gemeinde St. Clemens Sterkrade, berichtet: „Pastor Leonard hält bei seinen Besuchen in Deutschland Kontakt zu Bekannten, vor allem aber zu kirchlichen Hilfsorganisationen wie ,Missio’ oder ,Kirche in Not’. In Oberhausen nahm er mit verschieden Gemeinden und Organisationen Kontakt auf.“ Der Altpropst der Osterfelder Propsteigemeinde St. Pankratius, Karl Wehling, erkundigte sich beispielsweise bei ihm über die Situation seiner Pfarrei in Tansania, denn Propst Wehling hatte in früheren Jahren selbst Kontakte zu diesem Land.

Auch Oberbürgermeister Daniel Schranz begrüßte den Gast und sprach anlässlich des Jubiläums der Burg Vondern mit ihm über seine Arbeit in Afrika. Schranz erfuhr, dass es – neben allen Problemen der Entwicklungsländer – auch einige positive Dinge zu berichten gebe. So lebten Muslime und Christen friedlich miteinander, und auch das Konvertieren vom Islam zum Christentum sei in Tansania problemlos möglich.

Kaum Flüchtlinge nach Europa

„Man achtet sich gegenseitig, es werden – wenn auch selten – sogar Mischehen geschlossen“, berichtete der Theologe aus Afrika.

Für Pastor Leonard ist es keine Seltenheit, in seiner Heimatgemeinde an einem Sonntag etwa 70 Kinder zu taufen und zehn Ehen zu schließen – so wie vor seiner Abreise nach Oberhausen. Er ist Pfarrer einer Großpfarrei mit sechs Gemeinden und rund 2500 Mitgliedern. Etwa 80 Prozent der Gemeindemitglieder besuchen regelmäßig den Sonntagsgottesdienst, sagt er: „Um meine am weitesten entfernt liegende Gemeinde zu erreichen, muss ich 28 Kilometer durch unwegsames Gelände fahren.“

Dank der guten Betreuung der Gemeinden und des recht friedlichen Zusammenlebens der Menschen verzeichne man kaum Flüchtlinge in Richtung Europa, betont der Pastor. Norbert Schmenk abschließend: „Sein jährlicher Besuch bei uns bedeute für ihn auch Erholung. Mit einer Monstranz und einem Weihrauchfass samt Zubehör reiste Pastor Leonard, dessen Anreisen übrigens durch einen privaten Spender finanziert werden, wieder nach Tansania.“

Zuvor aber hat er die Gemeinde St. Josef am 1. November in einer Prozession zum Gemeindefriedhof begleitet. Dort wurden gemäß eines alten Brauchs alle Gräber einzeln mit Segenswasser besprengt. Die Gemeindemitglieder staunten, plötzlich einen Priester aus Afrika zu sehen, der ihre Gräber segnete. Es wurde mit großem Wohlwollen aufgenommen.

 
 

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