Programm fördert frische Fassaden und schmucke Höfe

In  Osterfeld gibt es noch verblüffend viele Gründerzeithäuser, hier die Berg-/Ecke Gildenstaße – das Fassadenprogramm unterstützt deren Aufwertung.
In Osterfeld gibt es noch verblüffend viele Gründerzeithäuser, hier die Berg-/Ecke Gildenstaße – das Fassadenprogramm unterstützt deren Aufwertung.
Foto: Christoph Wojtyczka
  • xx

Oberhausen.  Mit Hilfe von 22 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“ soll der Stadtbezirk aufgewertet werden, um wieder für Ansiedlungen und den Zuzug aller Bevölkerungsgruppen attraktiver zu werden.

Gleichzeitig soll der Trend gestoppt werden, dass die Hauseigentümer in manchen Straßenzügen nicht mehr investieren, die Mieten fallen und nur noch eine sehr einseitig zusammengesetzte Bevölkerung dort lebt. Ein wesentlicher Bestandteil der Stadterneuerung ist dabei das Hof- und Fassadenprogramm. Es soll vor allem für Hauseigentümer Anreize bieten, wieder selbst in ihre Immobilie zu investieren. Die Bezirksvertretung verabschiedete jetzt die entsprechende Förderrichtlinie.

Danach können Hauseigentümer ab sofort bis zu 50 Prozent der Kosten, höchstens aber 30 Euro je Quadratmeter umgestalteter Fläche, als Zuschuss von der Stadt bekommen. Gefördert werden die Erneuerung der Hausfassaden und die Aufwertung der Innenhöfe. Hinsichtlich Farbe, Material und eingesetzter Technik muss das Vorgehen aber mit der Stadt abgestimmt werden. Die Kosten dürfen auch nicht auf die Mieten umgelegt werden. Der Ei­gentümer muss sich verpflichten, den modernisierten Zustand zehn Jahre lang und gepflegt beizubehalten. Geschützte Tierarten dürfen dadurch nicht gefährdet werden.

An den Fassaden können mit den Geldern der Putz ausgebessert und die Farbe erneuert werden. Erhaltenswerte Stuck- und Putzfassaden können restauriert, Ziegel- und Klinkerfassaden gereinigt und neu verfugt werden. Verunstaltete und verkleidete Fassaden können wieder in den früheren Zustand rückgebaut, ebenso unansehnliche Werbeanlagen und Vordächer beseitigt werden. Auch können mit den Geldern Mauern, Wände oder Fassaden künstlerisch gestaltet werden sowie sie und Dächer begrünt oder sogar Dachgärten und Terrassen angelegt werden.

Entsiegelung und Instandsetzung

Bei den privaten Innenhöfen wird die Entsiegelung von asphaltierten oder betonierten Flächen unterstützt, ebenso ihre Instandsetzung, Reinigung oder künstlerische Gestaltung. Wege, Plätze und Zugänge können neu angelegt und gestaltet werden, ebenso Hauseingänge. Grünflächen, Gemeinschafts- oder Mietergärten können neu bepflanzt werden, Einfriedungen und Hecken angelegt, ebenso Kleinstbiotope oder Kleingewässer. Randgerüste können aufgestellt, Sitzgruppen angelegt sowie Gärten und Wege beleuchtet werden. Spiel- und Sportflächen dürfen ebenso neu angelegt werden wie behindertengerechte Zugänge. Müllplätze dürfen umgestaltet und Fahrradstellplätze neu geschaffen werden. Auch dürfen Eigentümer Regenwasser versickern lassen.

Reine Instandsetzungsarbeiten werden aber nicht gefördert, auch nicht Arbeiten, die hauptsächlich der Energieeinsparung dienen, ebensowenig Pkw-Stellplätze oder bloße Aufhübschungen zu Verkaufszwecken. Eigenleistungen werden nicht angerechnet.

Vorrang haben dabei straßenseitige und stark sanierungsbedürftige Fassaden, Objekte, die unter Denkmalschutz stehen oder sonst repräsentativ sind und Arbeiten, die den Anteil versiegelter Flächen spürbar verringern, außerdem Gemeinschaftsmaßnahmen an benachbarten Gebäuden. Auch Mieter können die Mittel beantragen, wenn ihr Vermieter zustimmt. Die Kosten müssen aufgelistet werden und nachvollziehbar sein. Mit den Arbeiten darf erst begonnen werden, wenn der Antrag positiv beschieden wurde. Nach Abschluss der Arbeiten müssen die Eigentümer nachweisen, wie sie die Gelder verwendet haben.

Auf Nachfrage der SPD erklärte die Stadtverwaltung in der Sitzung, als Grundlage für die Bearbeitung der Anträge werde zur Zeit eine Datenbank mit über 4000 Häusern angelegt. Alle Eigentümer im Fördergebiet würden angeschrieben. Für die Herstellung einer Musterfassade stehen bereits 30 000 Euro zur Verfügung. Jährlich sollen bis zu 200 000 Euro bewilligt werden, insgesamt 1,3 Millionen Euro. Die Verwaltung hält es für möglich, damit bis zu 80 Prozent aller Fassaden auf Vordermann zu bringen.

 
 

EURE FAVORITEN