Ordnungsamt vertreibt Pilzstand von Oberhausener Wochenmarkt

Das war einmal: Auf dem Wochenmarkt in Schmachtendorf suchten überraschte Stammkunden jetzt vergeblich nach ihrem Pilzhändler.
Das war einmal: Auf dem Wochenmarkt in Schmachtendorf suchten überraschte Stammkunden jetzt vergeblich nach ihrem Pilzhändler.
Foto: Funke Foto Services
Das Ordnungsamt hat den Pilzhandel trotz erfüllter Anforderungen aus Schmachtendorf vertrieben. Stammkunden und Markthändler bedauern den Verlust.

Schmachtendorf.. Der Wochenmarkt in Schmachtendorf hat eine Attraktion weniger: Der Stand mit frischen Pilzen ist verschwunden. „Warum kommt der Händler nicht mehr?“, erkundigten sich Leser bei dieser Zeitung. Wir hakten nach und erfuhren: Das Ordnungsamt stellte an den Markthändler immer neue Anforderungen und erteilte – nach Angaben des Händlers – schließlich ein Verkaufsverbot.

Auch Florian Timm besucht den kleinen Wochenmarkt in Schmachtendorf regelmäßig und war bislang ein begeisterter Stammkunde des Pilzstandes. „Dort gab es nicht nur die handelsüblichen Zuchtchampignons zu kaufen, sondern jahreszeitlich immer frische Pfifferlinge, Maronenröhrlinge, Stockschwämmchen, Hallimasch, Anisegerlinge, Herbsttrompeten und Steinpilze“, schwärmt der 37-Jährige. Und das alles gepaart mit einer guten Beratung durch einen netten Händler.

Händler hat das Handtuch geschmissen

Plötzlich aber sei der kleine Stand nicht mehr in Schmachtendorf aufgetaucht. Timm erkundigte sich bei den anderen Marktleuten und erfuhr: „Dass der Pilzstand nicht mehr der Oberhausener Norm entsprechen würde bzw. es fehlte wohl ein geschlossener Raum, wo die Pilze geschnitten werden müssten.“ Anforderungen, die das Oberhausener Ordnungsamt nun nach acht Jahren wohl erstmals gestellt habe.

Der Händler habe das Handtuch geschmissen und sei jetzt auf die Wochenmärkte der Nachbarstädte ausgewichen. Timm fragt: „Was ist denn bloß mit unserem Oberhausen los und warum geht das in den Städten nebenan?“

Auch Tobias Stamm vom Vorstand der Markthändler bedauert, dass der Kollege das Feld geräumt hat. Er meint: „Das war jedenfalls ein Stand, den nicht jeder Wochenmarkt zu bieten hat.“

Der Ruhestand lockt

Der Markthändler selbst möchte nicht viel Wirbel um die Angelegenheit machen. Er betont: „Da sind mehrere Sachen zusammengekommen.“ Der Wochenmarkt in Schmachtendorf sei für sie halt der schwächste gewesen, erklärt seine Frau. Und der 60-Jährige selbst ergänzt: „Ich gehe allmählich auf den Ruhestand zu und möchte einfach auch mal kürzer treten.“ Da habe er keine Lust auf Ärger und Auseinandersetzungen.

Auf Wunsch des Ordnungsamtes habe er bereits eine Kühlung sowie ein Waschbecken in seinen Wagen eingebaut. Auch einen separaten Handtuchhalter habe er angebracht, einen speziellen Bodenbelag verlegt. Von einem Tag auf den anderen habe ihm das Oberhausener Amt dann nach acht Jahren jetzt trotzdem ein Verbot erteilt. „Weshalb, weiß ich beim besten Willen nicht.“ Er habe sich erst überlegt, einen Rechtsanwalt einzuschalten. „Aber wissen Sie, eigentlich will ich nur in Ruhe meine Pilze verkaufen.“

 
 

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